Auf Bayern kommen neue riesige Schneemengen zu

Kettenfahrzeug der Bundeswehr in Berchtesgaden im Einsatz Bild: AFP

Auf Bayern kommen neue riesige Schneemengen zu

Nach vorübergehender Entspannung erwartet der Deutsche Wetterdienst in den Alpen ab Samstagabend wieder kräftige Schneefälle. Wie dieser am Freitag in Offenbach mitteilte, sind dann dort 'markante Neuschneemengen' zu erwarten.

Nach einer kurzen Unterbrechung der starken Schneefälle am Freitag kommen auf Bayern neue unwetterartige Schneemassen zu. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, soll es ab Samstagabend bis zum Dienstag wieder starke Schneefälle in der Region mit Neuschnee von gebietsweise über einem Meter geben. Inzwischen gilt in fünf Landkreisen der Katastrophenfall. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte den Helfern, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte einen Besuch in der Region an.

Eine Regierungssprecherin sagte in Berlin, Bundeskanzlerin Merkel und die gesamte Bundesregierung dankten allen Helfern in den von den heftigen Schneefällen betroffenen Gebieten. Die Kanzlerin lasse sich "fortlaufend" über die Lage informieren. Besonders betroffen zeigte sie sich über den Tod eines am Donnerstag von einem unter der Schneelast zusammengebrochenen Baum erschlagenen Neunjährigen in Aying bei München. "Ihre Gedanken sind bei den Angehörigen des neunjährigen Jungen."

Am Freitag konnte der Deutsche Wetterdienst alle Unwetterwarnungen aufheben. Die Einsatzkräfte konnten dadurch aber nicht durchschnaufen. Im gesamten Alpenraum gingen die Räumarbeiten mit Hochdruck weiter. Besondere Sorgen bereitete den Rettungskräften die Schneelast auf Dächern und Bäumen.

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, stieg vom 2. bis zum 11. Januar die mittlere Schneehöhe in den Alpen von 23 Zentimetern auf 136 Zentimeter. In den besonders stark betroffenen Gebieten versuchten Einsatzkräfte, durch das Räumen der Dächer die Schneelast von den Gebäuden zu nehmen. Der bayerische Staatsforst warnte vor Lebensgefahr durch das Betreten der Wälder. Alle Arbeiten im Wald sind eingestellt, selbst die Förster würden inzwischen die Wälder meiden.

Als fünfter bayerischer Landkreis rief am Freitag der Landkreis Garmisch-Partenkirchen den Katastrophenfall aus. Am Donnerstagabend hatte auch der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall erklärt. Ministerpräsident Söder kündigte an, sich dort am Samstag bei einer Lagebesprechung vor Ort von den Einsatzkräften informieren lassen zu wollen.

Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) begründete den Katastrophenfall damit, dass bei der Bewältigung der Schneemassen nach tagelangem Neuschnee zusätzliche Unterstützung benötigt werde. Im Katastrophenfall können die Landkreise auch die Hilfe der Bundeswehr erbitten.

In über 20 bayerischen Landkreisen fiel am Freitag der Schulunterricht aus. Der Landkreis Traunstein ordnete bereits bis Mittwoch Schulausfall an. Grund sei, dass alle beteiligten Behörden und Einsatzkräfte die Sicherheit an Schulen und öffentlichen Gebäuden im gesamten Landkreis überprüfen müssten. Dazu zählten unter anderem die Dächer.

Die Lage auf den Straßen und im Bahnverkehr blieb ebenfalls angespannt. Auf der Autobahn 8 mussten in der Nacht zum Freitag Autofahrer bei heftigen Schneefällen Stunden im Stau verbringen. Rettungskräfte des Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks versorgten die auf der voll gesperrten Autobahn im Bereich des Chiemsees feststeckenden Menschen mit warmen Getränken. Die Autobahn musste nach mehreren Unfällen voll gesperrt werden, eine Reihe von Lastwagen war liegen geblieben.

Derweil entspannte sich die Situation in Österreich deutlich. Hubschrauber konnten eine 66-köpfige deutsche Schülergruppe aus der Nähe von Dortmund vom abgeschnittenen Hochberghaus am Kasberg in Grünau holen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Die Schüler seien zum Skikurs dorthin gereist, sie hätten wegen der Schneemengen aber in der Hütte bleiben müssen. Nachdem am Ende nur noch eine Notstromversorgung bestand, hätten sie die Zeit mit Brettspielen verbracht. Im südlichen Niederösterreich blieben mehrere Skigebiete weiter geschlossen.

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