Klöckner berät mit Experten über Umsetzung der Reduktionsstrategie für Zucker

Landwirtschaftsministerin Klöckner Bild: AFP

Klöckner berät mit Experten über Umsetzung der Reduktionsstrategie für Zucker

Begleitet von der Kritik mehrerer Verbände hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mit Experten über die Umsetzung ihrer Reduktionsstrategie von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln beraten.

Begleitet von der Kritik mehrerer Verbände hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mit Experten über die Umsetzung ihrer Reduktionsstrategie von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln beraten. In Berlin fand am Dienstag die erste Sitzung des Begleitgremiums statt, das die Strategie überprüfen soll. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sagte allerdings ihre Teilnahme ab und bezeichnete das Gremium als "praktisch wirkungslos". Verbraucherschützer mahnten Transparenz in dem Gremium an.

"In seiner jetzigen Form hat die Wissenschaft in dem Gremium praktisch keinen Einfluss auf die Formulierung konkreter Reduktionsziele", erklärte DDG-Präsident Dirk Müller-Wieland. Diese blieben bisher "weit hinter dem zurück, was aus wissenschaftlicher Sicht notwendig wäre, um den Anstieg von Übergewicht und Diabetes in Deutschland zu stoppen".

Der deutsche Sonderweg, eine Reduzierung von Zucker, Salz und Fett in Fertiglebensmitteln nur freiwillig und im Konsens mit der Industrie zu erreichen, müsse bereits jetzt als gescheitert angesehen werden, fuhr die DDG fort. Zuspruch bekam sie von der Organisation Foodwatch, die von Klöckner statt "freiwilliger Selbstverpflichtungen mit der Wirtschaft" vielmehr "verbindliche Maßnahmen gegen Fehlernährung und Übergewicht" forderte. Klöckners Pläne blieben weit hinter den Empfehlungen von Medizinern zurück.

Klöckner hatte im Dezember mit der Industrie konkrete Zielvereinbarungen zur Reduktion von Salz, Zucker und Fett in Fertigprodukten bis 2025 vereinbart. Unter anderem verpflichtete sich die Getränkeindustrie dazu, bis 2025 in ihren nicht-alkoholischen Produkten den Zuckergehalt um 15 Prozent zu reduzieren. Frühstücks-Cerealien für Kinder sollen bis dahin 20 Prozent weniger Zucker enthalten, Kinderjoghurts zehn Prozent weniger Zucker. Allerdings sind die Vereinbarungen nicht verbindlich.

In dem Begleitgremium sitzen neben Vertretern von Bund und Ländern vor allem Verbände und zwar aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Lebensmittelwirtschaft, Verbraucherschutz und Wissenschaft. Das Gremium soll mindestens einmal jährlich zusammentreten und die Umsetzung der Strategie begleiten und überprüfen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der ebenfalls in dem Gremium sitzt, mahnte Transparenz an - in dem Gremium sowie auch nach außen, damit "alle Verbraucher mitgenommen werden" könnten. Wichtig bei der Umsetzung der Strategie seien zudem verbindliche, mittel- bis langfristige Reduktionsziele für konkrete Produktgruppen.

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