Deutscher Marsmaulwurf stößt bei Einsatz auf Widerstand

Auf dem Mars ist derzeit deutsche Technik im Einsatz Bild: AFP

Deutscher Marsmaulwurf stößt bei Einsatz auf Widerstand

Der Einsatz des in Deutschland gebauten Marsmaulwurfs HP3 auf dem Roten Planeten ist ins Stocken geraten. Bei seiner Wühlarbeit im Marsboden stieß der Roboter auf Widerstand, der mutmaßlich von einer Kiesschicht stammt.

Der Einsatz des in Deutschland gebauten Marsmaulwurfs HP3 auf dem Roten Planeten ist ins Stocken geraten. Bei seiner Wühlarbeit im Marsboden stieß der Roboter auf Widerstand, der mutmaßlich von einer Schicht aus Kies stammt, wie der zuständige Forscher beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Tilman Spohn, mitteilte. 

Nach seinen Angaben wurde deshalb beim HP3-Einsatz eine rund zweiwöchige Pause eingelegt, um die Situation zu analysieren und über das weitere Vorgehen zu entscheiden. 

Die mit einer Hammervorrichtung ausgestattete Sonde hatte am Freitag mit der Arbeit losgelegt. Sie soll sich bis zu fünf Meter tief in die Oberfläche des Roten Planeten vorarbeiten, um Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Untergrundmaterials zu messen. Diese Daten sollen zu einem besseren Verständnis von Entstehung und Entwicklung erdähnlicher Körper beitragen.

Anfangs kam der Roboter-Maulwurf gut voran und erreichte eine Tiefe von mindestens 18 Zentimeter, wie Spohn in seinem Internet-Tagebuch schrieb. Am Dienstag berichtete der DLR-Forscher dann aber, HP3 arbeite sich weiter an Widerstand im Marsboden ab, und es gebe "keinen klaren Hinweis auf Fortschritt". Um eine vorzeitige starke Abnutzung des Hammermechanismus zu vermeiden, wurde die Pause eingelegt. 

Die Sonde befindet sich nach Angaben Spohns derzeit rund 30 Zentimeter tief in der Marsoberfläche. Sie hat sich um einen Winkel von 15 Grad von der anfänglichen Vertikallinie verdreht, was mutmaßlich durch den Widerstand im Boden verursacht wurde. Die Sonde ist so eingerichtet, dass sie erst ab einer Tiefe von 50 Zentimeter im Marsboden mit ihren Aufnahmen beginnt.

Spohn teilte mit, die Sonde sei "weiterhin gesund". Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sie "bald zerbrechen" könnte. Dennoch wolle das DLR-Team auf Nummer sicher gehen und alle Daten sammeln, um dem Wühler ein sicheres Fortsetzen seiner Arbeit zu ermöglichen. 

HP3 war Ende November an Bord der Nasa-Sonde "InSight" auf dem Mars gelandet. Im Zuge der Nasa-Mission sollen in den kommenden beiden Jahren Entwicklung, Struktur und physikalische Eigenschaften von Kruste, Mantel und Kern unseres Nachbarplaneten erforscht werden.

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