FDP-Chef Lindner für jährlichen Klimatag an Schulen

Demonstration von Schülern Bild: AFP

FDP-Chef Lindner für jährlichen Klimatag an Schulen

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich dafür ausgesprochen, einen jährlichen Klimatag an Schulen einzuführen. In fast 1700 Städten in aller Welt wollen am Freitag Jugendliche für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich dafür ausgesprochen, einen jährlichen Klimatag an Schulen einzuführen. Die Schüler und Schülerinnen, die freitags für den Klimaschutz auf die Straße gingen, hätten ein berechtigtes Anliegen, schrieb Lindner in einem Gastbeitrag für "Zeit Online". "Während der Schulzeit zu demonstrieren, macht das Engagement allerdings nicht wertvoller."

Lindner war dafür kritisiert worden, dass er Schüler und Schülerinnen aufgefordert hatte, lieber außerhalb der Schulzeit für den Klimaschutz zu demonstrieren. In Deutschland werde einerseits Schulausfall beklagt, andererseits "aus der Bundesregierung heraus das Schwänzen von Schulstunden bagatellisiert", erklärte Lindner dazu nun.

Der FDP-Chef schlägt deshalb vor, dass einmal pro Schuljahr an deutschen Schulen ein Klimatag stattfindet. "Schülerinnen und Schüler können hier alle Facetten des Themas beleuchten - von der Physik über den Politikunterricht bis hin zu Erdkunde."

In fast 1700 Städten in aller Welt wollen am Freitag Jugendliche für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. Nach Angaben der Initiative "Fridays for Future" sind allein in Deutschland fast 200 Demonstrationen geplant, ähnlich sieht es in Frankreich, Italien und Schweden aus. Insgesamt soll es von Finnland bis Südafrika Proteste in 106 Ländern geben.

Dass die Jugendlichen während der Schulzeit streiken, hat in manchen Ländern für Kritik gesorgt. Gegner kritisieren die Proteste als Schulschwänzerei. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) sagte hingegen, sie halte die Demonstrationen für eine "sehr gute Initiative".

Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt davor, Schülerinnen und Schülern wegen ihres Einsatzes in der Fridays-for-Future-Bewegung zu bestrafen. "Es ist absolut in Ordnung, wenn Schülerinnen und Schüler auch während der Schulzeit für einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren", sagte Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Krüger rief dazu auf, den jungen Demonstranten zuzugestehen, dass sie zu drastischen Mitteln greifen, weil sie ihre Zukunftschancen in Gefahr sähen. "Was die Kinder und Jugendlichen jetzt am wenigsten gebrauchen können, ist eine juristische Diskussion über die Schulpflicht", warnte er. "Stattdessen sollten wir ihnen zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen und darüber mit ihnen diskutieren." Grundsätzlich seien weitergehende Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen dringend nötig.

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