Jury: Glyphosat-Mittel Roundup hat zu Krebserkrankung von US-Kläger beigetragen

Das glyphosathaltige Herbizid Roundup Bild: AFP

Jury: Glyphosat-Mittel Roundup hat zu Krebserkrankung von US-Kläger beigetragen

Das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup des US-Herstellers Monsanto hat zur Krebserkrankung eines Klägers in den USA mit beigetragen. Das befand am Dienstag die Jury eines US-Bundesgerichts in San Francisco.

Das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup des US-Herstellers Monsanto hat zur Krebserkrankung eines Klägers in den USA mit beigetragen. Der Kläger habe nachweisen können, dass Glyphosat ein "wesentlicher Faktor" für seine Krebserkrankung gewesen sei, befand am Dienstag die Jury eines US-Bundesgerichts in San Francisco. Der 70-jährige Edwin Hardeman aus Kalifornien hatte 25 Jahre lang das Herbizid auf seinem Grundstück verwendet. 

Für das zum deutschen Bayer-Konzern gehörende US-Unternehmen Monsanto handelt es sich um die zweite juristische Niederlage binnen eines Jahres. In einem anderen Prozess im August hatte eine Jury in San Francisco Monsanto zur Zahlung von Schadenersatz an den früheren Schulhausmeister Dewayne Johnson verurteilt. Bayer ist gegen das Urteil zum Fall Johnson in die Berufung gegangen. 

Johnson wie auch Hardeman leiden am Non-Hodgkin-Lymphom, einer Krebserkrankung des Lymphgewebes. Beide Kläger setzten Roundup über viele Jahre hinweg ein. Die Jury zum Fall Johnson hatte dem Kläger einen Schadenersatz von 289 Millionen Dollar (255 Millionen Euro) zugesprochen. Eine Richterin befand die Summe jedoch später für übertrieben und reduzierte sie auf 78,5 Millionen Dollar. Mit der Substanz des Urteils befasste sich die Richterin aber nicht.

Auf Antrag von Bayer wurde der Prozess in zwei Phasen geteilt. In der ersten Phase ging es darum, ob Roundup tatsächlich die Krankheit Hardemans verursacht hat. In der zweiten Phase, die am Mittwoch beginnen soll, soll darüber verhandelt werden, ob Monsanto die Risiken kannte, sie verheimlicht hat und wenn ja, ob das Unternehmen für den Krebs des Klägers verantwortlich gemacht werden kann.

Hardeman und seine Anwälte umarmten sich, nachdem die Jury ihre Entscheidung verkündet hatte. "Wir sind sehr zufrieden", erklärte die Anwältin Jennifer Moore. 

Bayer zeigte sich "enttäuscht". Das Unternehmen sei "weiterhin fest davon überzeugt, dass die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen", erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig sei Bayer "zuversichtlich", dass die Beweise in der zweiten Phase des Prozesses "zeigen werden, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen nicht für die Krebserkrankung von Herrn Hardeman haftbar gemacht werden sollte".

Das US-Unternehmen, das Roundup seit mehr als 40 Jahren auf der ganzen Welt verkauft, führt ins Feld, das Mittel sei bei sachgemäßer Anwendung ungefährlich. Hardeman ist hingegen der Ansicht, die Firma habe die von ihrem Herbizid ausgehenden Gesundheitsgefahren verschleiert. 

Insgesamt sind mehr als 9300 Klagen von Krebskranken gegen Monsanto bei US-Gerichten eingegangen. In der Forschung ist die Frage, ob die in Roundup enthaltene Chemikalie Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, allerdings umstritten. 

Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgeht. Dagegen konstatierte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

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