Branche protestiert gegen Einführung eines Studiums für Hebammen

Branche ist gegen Einführung eines Studiums für Hebammen Bild: AFP

Branche protestiert gegen Einführung eines Studiums für Hebammen

Pläne zur Einführung eines Hebammen-Studiums stoßen in der Branche auf Kritik. Es sei zu befürchten, dass Hebammen in den Kreißsälen fehlten, warnten der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Pläne der Bundesregierung zur Einführung eines Hebammen-Studiengangs stoßen in der Branche auf Kritik. Als Folge sei zu befürchten, dass Hebammen in den Kreißsälen fehlten, warnten der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe am Montag in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem werde der "hohe Standard" der Hebammenausbildung in Deutschland gefährdet.

Ein Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht vor, dass Hebammen künftig in einem Studium ausgebildet werden. Bislang muss für die Ausbildung eine Hebammenschule besucht werden. Ausreichend ist dafür eine zehnjährige Schulausbildung - künftig werden zwölf Jahre erforderlich sein.

Die Hebammenausbildung in Deutschland habe eine "beispielhafte Tradition" und genieße international "höchste Anerkennung", erklärten der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. In dem Gesetzesentwurf kritisierte Defizite in der Ausbildung ließen sich aus Expertensicht nicht beobachten.

Spahns Vorhaben könnten die "Versorgungssituation im Kreißsaal über Jahre massiv verschärfen", geben die beiden Organisationen zu bedenken. Es gebe in Deutschland bei Weitem nicht ausreichend Studiengänge, um die Anfängerzahlen in den Hebammenschulen auszugleichen. Auch mangele es an ausreichend qualifizierten Dozenten an den Hochschulen. "Der absehbare resultierende Engpass von qualifizierten Hebammen bei Einführung der Vollakademisierung ist offensichtlich."

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