Israel fliegt nach Raketenbeschuss Vergeltungsangriffe im Gazastreifen

Rauch steigt über Rafah im Gazastreifen auf Bild: AFP

Israel fliegt nach Raketenbeschuss Vergeltungsangriffe im Gazastreifen

Nach dem Raketenangriff bei Tel Aviv mit sieben Verletzten hat Israel am Montag Vergeltungsangriffe im Gazastreifen geflogen. Die israelische Armee erklärte, die Angriffe auf 'Hamas-Terror-Ziele' hätten begonnen.

Israel hat mit Vergeltungsangriffen auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen reagiert. Die israelische Armee erklärte, sie habe "Hamas-Terror-Ziele" in dem Palästinensergebiet aus der Luft attackiert. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einem Besuch in Washington, sein Land reagiere mit "Stärke" auf den Raketenangriff, bei dem am Montagmorgen nahe Tel Aviv sieben Menschen verletzt worden waren. Rückendeckung erhielt er von US-Präsident Donald Trump, der zudem offiziell die Souveränität Israels über die Golanhöhen anerkannte. 

Die israelischen Angriffe galten dem militärischen Arm der radikalislamischen Hamas. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden mehrere Orte in dem Küstengebiet beschossen. Dabei wurde unter anderem ein Gebäude in Gaza zerstört, das als Zentrale für den Geheimdienst der Hamas gedient haben soll. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. 

Die aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete hatte am Montagmorgen ein Wohnhaus nördlich von Tel Aviv getroffen. Sieben Israelis wurden nach Krankenhausangaben verletzt, darunter drei Kinder. Israel machte die im Gazastreifen herrschende Hamas für den Angriff verantwortlich. 

Die Palästinenserorganisation wies die Anschuldigungen zurück. "Niemand von den Widerstandsbewegungen, die Hamas eingeschlossen, hat ein Interesse daran, Raketen aus dem Gazastreifen auf den Feind abzufeuern", sagte ein Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Hamas habe kein Interesse an einer Konfrontation mit Israel. Hamas-Anführer Ismail Hanija warnte Israel allerdings davor, "rote Linien" zu überschreiten. 

Netanjahu hatte nach dem Angriff aus dem Gazastreifen eine entschlossene Reaktion angekündigt und damit Sorge vor einer neuen Eskalation im Nahen Osten geschürt. Bei einer Pressekonferenz in Washington bekräftigte er später: "Wir werden tun, was nötig ist, unser Volk und unseren Staat zu verteidigen." 

Israel werde solche Angriffe nicht hinnehmen, sagte er an der Seite von Trump. Der US-Präsident stärkte seinem Verbündeten den Rücken. Washington erkenne das "Recht Israels an, sich zu verteidigen", sagte er. Netanjahu wollte nach dem Treffen im Weißen Haus umgehend nach Israel zurückkehren.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich besorgt über die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Er verurteilte den Raketenangriff auf Israel und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Ähnlich äußerte sich die Bundesregierung. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes warnte vor "einer immer schwerer zu kontrollierenden Situation".

Erst am 14. März waren zwei Raketen vom Gazastreifen in Richtung Tel Aviv abgefeuert worden. Opfer oder Schäden gab es nicht. Israel reagierte darauf und auf weitere Raketenangriffe nach eigenen Angaben mit der Bombardierung von rund hundert Hamas-Stellungen im Gazastreifen. 

Für zusätzliche Spannungen in der Region könnte die Entscheidung Trumps sorgen, Israels Souveränität über die besetzten syrischen Golanhöhen offiziell anzuerkennen. In Anwesenheit Netanjahus unterzeichnete der US-Präsident am Montag im Weißen Haus ein entsprechendes Dekret. "Das hat sich schon lange angebahnt", kommentierte der US-Präsident den Bruch mit dem jahrzehntelangen internationalen Konsens, die israelische Annexion des Gebiets nicht anzuerkennen. 

Trump hatte sich bereits am Donnerstag dafür ausgesprochen, die seit 1967 besetzten Golanhöhen als Teil Israels anzuerkennen, und damit international Proteste ausgelöst. In einer ersten Reaktion nannte Syrien die jetzt erfolgte Anerkennung einen unverhohlenen Angriff auf seine Souveränität. 

Auch Russland, ein wichtiger Verbündeter der Regierung in Damaskus, kritisierte die Entscheidung. Das Außenministerium in Moskau warnte vor einer "neuen Welle der Spannungen" im Nahen Osten. 

Die Golanhöhen sind seit Jahrzehnten ein großer Streitpunkt im Nahost-Konflikt, da das Hochplateau an der Grenze von Israel und Syrien von hoher strategischer Bedeutung ist. Für Syrien ist die Rückgabe der Golanhöhen die Bedingung für einen Friedensvertrag.

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