Mehrheit der deutschen Bevölkerung sieht die Rückkehr der Wölfe positiv

Ein Wolf in einem Gehege Bild: AFP

Mehrheit der deutschen Bevölkerung sieht die Rückkehr der Wölfe positiv

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sieht die Rückkehr der Wölfe positiv. Das bestätigt eine Umfrage des Senckenberg-Biodiversität- und Klimaforschungszentrums. Die Nähe zu Wolfsregionen beeinflusst auch die Einstellung zur Wiederansiedlung.

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sieht die Rückkehr der Wölfe positiv. Das bestätigt einmal mehr eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Senckenberg-Biodiversität- und Klimaforschungszentrums in Frankfurt am Main. Befragt wurden rund tausend Haushalte. Die Nähe zu Wolfsregionen beeinflusst zugleich auch die Einstellung zur Rückkehr der Tiere.

Während jeder Bundesbürger um Schnitt rund 140 Kilometer vom nächsten Wolfsterritorium entfernt lebt, sind es in der Wolfsregion Görlitz, wo bereits seit 19 Jahren wieder Wölfe leben, im Durchschnitt nur 14 Kilometer. Wie eine zusätzliche Befragung von 250 Bewohnern des Landkreises Görlitz zeigt, stehen sie der Rückkehr der Wölfe im Gegensatz zur Mehrheit der Deutschen eher neutral gegenüber. Weder befürworten sie die Wiederansiedlung noch lehnen sie diese ab.

Zugleich fühlen sich die Bewohner der Wolfsregion eigenen Angaben zufolge besser über Wölfe informiert und haben ein größeres Wissen über die Tiere als die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Insgesamt wird die Einstellung der Deutschen zu Wölfen vorwiegend durch die Medien geprägt.

Im Landkreis Görlitz nutzt jeder fünfte Befragte zudem das örtliche Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" als Informationsquelle. Wie die Studie zeigt, haben Menschen, die sich auf diese Weise oder über Bücher informieren, insgesamt eine positivere Einstellung zum Wolf. 

Die Senckenberg-Forscher befürworten daher die Einrichtung weiterer Informationszentren in anderen Teilen Deutschlands. Faktenbasierte Informationen würden helfen, "über Kosten und Nutzen der Wölfe aufzuklären, und vereinfachen das Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf".

Die hierzulande einstmals ausgerotteten Wölfe breiten sich seit Jahren wieder aus. Das sorgt für Konflikte, vor allem mit Haltern von Weidetieren. Auch in der Politik wird seit einiger Zeit darüber gestritten, wie mit der wachsenden Zahl von Wölfen umgegangen werden soll.

Wölfe sind strengstens geschützt und dürfen nur ausnahmsweise mit behördlicher Erlaubnis gejagt werden. Dabei gelten strikte Regeln und Voraussetzungen. Zuletzt hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) eine Gesetzesänderung ins Spiel gebracht, um den Abschuss von Wölfen, die beispielsweise mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, zu erleichtern.

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