Konflikt zwischen den USA und dem Iran löst international Besorgnis aus

US-Kriegsschiff "USS Arlington" überquert den Atlantik Bild: AFP

Konflikt zwischen den USA und dem Iran löst international Besorgnis aus

Die Zuspitzung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat zu wachsender Sorge vor einer Eskalation am Persischen Golf geführt. Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs warnten vor einer militärischen Auseinandersetzung.

Die Zuspitzung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat international Besorgnis über eine Eskalation am Persischen Golf ausgelöst. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte der "Bild am Sonntag": "Wir müssen gemeinsam mit unseren europäischen Partnern alles tun, um militärische Auseinandersetzungen zu verhindern." Sein französischer Kollege Jean-Yves Le Drian warnte vor einer "Kriegsspirale" und hob die "Verantwortung" Washingtons hervor.

Die USA verstärkten ihre Militärpräsenz im Nahen Osten am Freitag erneut. Das Kriegsschiff "USS Arlington", das unter anderem Marineinfanteristen und Amphibienfahrzeuge an Bord hat, sowie ein Raketenabwehrsystem des Typs Patriot würden in die Region verlegt, hieß es aus Washington. Einige Tage zuvor waren bereits der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und mehrere B-52-Langstreckenbomber dorthin geschickt worden. 

Die US-Regierung reagierte mit der verstärkten militärischen Präsenz nach eigenen Angaben auf "Hinweise erhöhter iranischer Bereitschaft zu Angriffseinsätzen gegen US-Truppen und unsere Interessen". Genauere Angaben wurden nicht gemacht.

US-Präsident Donald Trump hob hervor, die USA wollten keinen Konflikt mit dem Iran austragen, seien aber "bereit" die eigenen Truppen und Interessen in der Region zu verteidigen. Trotz der Spannungen signalisierte der US-Präsident Gesprächsbereitschaft. Dafür erwarte er jedoch einen Anruf der Führung in Teheran.  

Der Iran hatte vor wenigen Tagen angekündigt, einige Auflagen aus dem Atomabkommen von 2015 nicht mehr einzuhalten. Die USA verhängten kurz darauf neue Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft. Vor einem Jahr war Washington einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen, das Teheran am Bau von Atomwaffen hindern soll.

Der Iran stellte den verbliebenen Vertragspartnern zudem ein Ultimatum: Demnach behält sich Teheran weitere Schritte vor, sollten die Unterzeichner nicht binnen 60 Tagen ihre Zusagen einhalten. 

Frankreichs Chef-Diplomat Le Drian bezeichnete den iranischen Vorstoß in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Le Parisien" als "schlechte Reaktion" und mahnte Teheran angesichts des Verhaltens der USA zu "politischer Reife".

Außenminister Maas machte sich in der "Bild am Sonntag" für einen Verbleib Deutschlands in dem Abkommen stark. "Gerade weil wir dem Iran misstrauen, brauchen wir das Abkommen. Es ist jedenfalls im Moment der sicherste Weg, den Iran davon abzuhalten, Atomwaffen zu bauen", sagte er. Mit klaren Regeln und Kontrollen werde mehr erreicht als mit Drohungen allein. 

Die Grünen forderten Maas unterdessen auf, sich vor Ort in Teheran für den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran einzusetzen. "Krisendiplomatie braucht direkte Gespräche", sagte der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour dem "Spiegel". Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kriegsgefahr im Persischen Golf solle Maas "schleunigst nach Teheran reisen, um zu versuchen, Iran im Atomabkommen zu halten".

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