Küsse für Kühe sorgen für Aufregung in Österreich

Kuh-Küsse sorgen für Wirbel in Österreich Bild: AFP

Küsse für Kühe sorgen für Aufregung in Österreich

Aufregung um Bussis auf der Weide: Seit Mittwoch tauchen im Internet Bilder von Nutzern in Österreich auf, wie diese für einen guten Zweck Kühen einen Kuss geben. Daran gibt es nun heftige Kritik.

Aufregung um Bussis auf der Weide: Bilder von Internetnutzern, die Kühe küssen, sorgen derzeit in Österreich für Kontroversen. Zu dieser nicht ungefährlichen Form der Annäherung ruft die Schweizer App "Castl" seit Mittwoch auf, auch zahlreiche österreichische Nutzer machen seitdem mit, darunter prominente Influencer. Durch die Küsse - "mit oder ohne Zunge" - soll Geld für einen guten Zweck gesammelt werden.

Der Wettbewerb unter dem Hashtag #KuhKussChallenge stieß bei der österreichischen Regierung und den Landwirten auf wenig Gegenliebe. "So eine Challenge ist wirklich gefährlicher Unfug", sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Donnerstag. "Almen und Weiden sind keine Streichelzoos, Aktionen wie diese können gravierende Folgen haben. Mutterkühe schützen ihre Kälber und werden aggressiv, wenn man sich nicht richtig verhält."

Auch Tirols Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger zeigte sich nicht sonderlich erfreut über die Initiative. "Dass nun unsere Tiere für einen Social-Media-Hype herhalten sollen, halte ich für sehr bedenklich, gerade im Hinblick auf mögliche Verletzungen", sagte Hechenberger. "Ich appelliere an die Initiatoren, dieses Projekt zu überdenken. Es gibt sicherlich andere Möglichkeiten, Spenden zu sammeln."

Das Zusammenleben von Kühen und Spaziergängern ist in Österreich ein heikles Thema. Für viele Landwirte ist Rinderzucht ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Obwohl Kühe allgemein als friedfertig gelten, kommt es gelegentlich zu unliebsamen Begegnungen mit Menschen. Im Jahr 2014 war eine deutsche Touristin von einer Kuhherde getötet worden, als sie versuchte, diese mit ihrem Hund zu durchqueren. Der Landwirt, dem die Tiere gehörten, musste Zahlungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro leisten.

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