CO2-Neutralität durch passgenaue Modernisierung und zertifizierte Kompensation

CO2-Neutralität durch passgenaue Modernisierung und zertifizierte Kompensation

Am gestrigen Montagabend wurden die Berliner ,,Klimaschutzpartner des Jahres 2019' ausgezeichnet. Unter den Siegern der Kategorie ,,Erfolgreich realisierte Projekte' ist die Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg in der Schornsteinfeger-Innung in Berlin. Deren ehrgeiziges Vorhaben, die Dienstleistungen des Schornsteinfegerhandwerks CO2-neutral auszuführen, fand viel Beifall und soll nun möglichst viele Berliner Handwerksbetriebe motivieren, ihre Dienstleistungen ebenfalls klimaneutral zu erbringen.

(Berlin, 21.5.2019) - Am gestrigen Montagabend wurden die Berliner "Klimaschutzpartner des Jahres 2019" ausgezeichnet. Unter den Siegern der Kategorie "Erfolgreich realisierte Projekte" ist die Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg in der Schornsteinfeger-Innung in Berlin. Deren ehrgeiziges Vorhaben, die Dienstleistungen des Schornsteinfegerhandwerks CO2-neutral auszuführen, fand viel Beifall und soll nun möglichst viele Berliner Handwerksbetriebe motivieren, ihre Dienstleistungen ebenfalls klimaneutral zu erbringen.

Dass die Klimaneutralität keinesfalls "nebenbei" zu realisieren ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, von welchen Aufwänden wir im Einzelnen sprechen. Zwar ist das Berliner Schornsteinfegerhandwerk nach DIN ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert und arbeitet somit nachgewiesenermaßen effizient, sparsam und umweltschonend. Dennoch wird weiter CO2 ausgestoßen, wo Energie für die Beheizung von Räumen, für die Warmwasserbereitung, für Beleuchtung und EDV, für die Vorhaltung von Verbrauchsmaterialien, Mess-und Prüfgeräten ge- und verbraucht wird. Hinzu kommt der CO2-Ausstoß für die Dienstleistungen vor Ort, z. B. bei Fahrten mit Pkw und Transportern, die teilweise noch mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden.

Im vergangenen Jahr haben die Schornsteinfeger in Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen, all diese Aufwendungen CO2-neutral zu stellen. Nach der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen können sie ihre Dienstleistungen inzwischen klimaneutral anbieten. "Die erste Voraussetzung war, die Verbräuche zielgenau analysieren zu können", erklärt Norbert Skrobek, Obermeister der Schornsteinfeger-Innung in Berlin. "Dafür wurden Monitormessinstrumente in Büros und Werkstätten installiert, mit denen sich die Verbräuche von der Heizung über die Drucker bis hin zur Kaffeemaschine zielgenau lokalisieren lassen", so Norbert Skrobek, der sich als Bezirksschornsteinfeger und Mitglied der Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg federführend an diesem Projekt beteiligt, dem sich 20 Innungsbetriebe angeschlossen haben, weiter. "Im Übrigen trägt das Schornsteinfegerhandwerk schon seit Jahrzehnten nach Kräften zur Energieeinsparung bei und leistet damit längst einen erheblichen Beitrag zur Energiewende."

Die ermittelten Einsparpotenziale werden an eine Datenbank des gemeinnützigen Berliner Beratungsunternehmens für den Klimaschutz "co2online" übermittelt. Damit wird der Vergleich von Heizkosten mit Referenzdaten vergleichbarer Gebäude möglich. Außerdem fließen die Daten von Verbrauchsmaterialien und die Verbräuche der Betriebsfahrzeuge mit ein. Nachdem der Gesamtverbrauchswert vorliegt, gilt es, diesen durch Einsparmaßnahmen zu reduzieren und unvermeidbare Verbräuche durch Ausgleichsprojekte zu kompensieren. Der Ergebnis ist der CO2-neutrale Betrieb.

"Dafür gibt es natürlich keine schnelle, einfache Lösung", erklärt Norbert Skrobek. "Zur Ertüchtigung von Verbrauchern kommt in vielen Fällen die Neuanschaffung von CO2-neutralen Fahrzeugen, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Unterstützung von Aufforstungsprojekten." So werden, wo immer möglich, Kleinlastkraftwagen durch Lastenräder ersetzt, ältere Heizungsanlagen mussten modernen Gasbrennwertheizungen weichen, beleuchtet wird nur noch mit sparsamer LED-Technik. Selbst Computer mit verbrauchsstarken Netzteilen wurden durch moderne Geräte ersetzt, um den Papierverbrauch zu minimieren, kommen verstärkt Tablets zum Einsatz und Batterien werden gegen Akkus getauscht. "Die verbliebene Differenz wird durch CO2-Kompensations-Zertifikate neutralisiert", so Norbert Skrobek weiter. "Nach reiflicher Überlegung haben wir uns für die Unterstützung heimischer Projekte entschieden, die vor unserer Haustür der Biodiversität und dem Klima gleichermaßen zugute kommen. Deshalb investieren wir in Moor-Futures, mit denen die Wiedervernässung von trockengelegten Moorgebieten in Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht wird."

Im Bündnis "Die KlimaSchutzPartner Berlin" (offizielle Schreibweise) haben sich Berliner Kammern und Verbände zusammengetan, um den Wettbewerb "KlimaSchutzPartner des Jahres" auszurichten und öffentlichkeitswirksam zu zeigen, was rund um das Thema Energieeffizienz und Klimaschutz machbar ist. Mit der Veröffentlichung von Wettbewerbsbeiträgen will man zum Nachahmen anregen. Die Partner sind: die Architektenkammer Berlin, die Baukammer Berlin, der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., die Handwerkskammer Berlin, der Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. sowie die IHK Industrie- und Handelskammer Berlin. Ausgezeichnet werden insbesondere Ideen für Maßnahmen zur Minderung von CO2-Emissionen. Ein Preisgeld wird nicht vergeben.

Die öffentliche Preisverleihung fand am Sitz der Berliner IHK in der Fasanenstraße statt. Laudatoren waren Stefan Tidow, Staatssekretär in der Senatsverwaltung fur Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin, und Dr. Tanja Wielgoß, Vorsitzende des Vorstands der Vattenfall Wärme Berlin AG.

Bildquelle: Schornsteinfeger-Innung in Berlin

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