Oman will Botschaft in den Palästinensergebieten eröffnen

Omans Sultan Kabus Bild: AFP

Oman will Botschaft in den Palästinensergebieten eröffnen

Als erster Golfstaat will der Oman eine Botschaft in den Palästinensergebieten eröffnen. Die Ankündigung erfolgte zeitgleich zu einer US-geführten Konferenz in Bahrain zum Friedensplan im Nahen Osten.

Als erster Golfstaat will der Oman eine Botschaft in den Palästinensergebieten eröffnen. "In Fortführung der Unterstützung für das palästinensische Volk hat das Sultanat Oman entschieden, eine diplomatische Vertretung auf Ebene einer Botschaft im Staat Palästina zu eröffnen", teilte das Außenministerium des Oman am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Eine Delegation werde nach Ramallah, dem Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde, reisen, um die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten.

Hanan Aschrawi von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) reagierte vorsichtig optimistisch auf die Ankündigung. "Zuerst einmal könnte es helfen, die omanische Regierung über die wahren Begebenheiten der Besatzung aufzuklären, und um direkt mit den Palästinensern zusammenzuarbeiten", sagte sie. Aschrawi warnte den Oman allerdings auch davor, die neue Botschaft als Schritt zur Aufnahme formeller Beziehungen zu Israel zu nutzen.

Bislang sind Jordanien und Ägypten die einzigen arabischen Länder, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten. Oman war 2018 der erste Golfstaat, der den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu empfing.

Die Ankündigung der Botschaftseröffnung in den Palästinensergebieten erfolgte zeitgleich mit einer US-geführten Konferenz in Bahrain zu den wirtschaftlichen Aspekten des US-Friedensplans für den Nahen Osten. Ein unabhängiger Palästinenserstaat soll darin nicht vorkommen. Der Oman zählte nicht zu den Teilnehmerstaaten. Die Palästinenser boykottierten die Konferenz.

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