Niederländische Staatsbahn will tausende Holocaust-Opfer entschädigen

Anne Frank Bild: AFP

Niederländische Staatsbahn will tausende Holocaust-Opfer entschädigen

Jahrzehnte nach dem Holocaust will die niederländische Staatsbahn erstmals wegen ihrer Beteiligung an der Deportation von Juden Entschädigungen zahlen. Von den 140.000 Juden in Holland wurden im Zweiten Weltkrieg 107.000 in Vernichtungslager deportiert.

Jahrzehnte nach dem Holocaust will die niederländische Staatsbahn erstmals wegen ihrer Beteiligung an der Deportation von Juden Entschädigungen zahlen. Die Gesellschaft Nederlandse Spoorwegen teilte am Mittwoch mit, sie schätze die Zahl der Anspruchsberechtigten auf etwa 500 Überlebende und mehrere tausend Angehörige. Die Entschädigungen summieren sich entsprechend auf Dutzende Millionen Euro.

Von den 140.000 Juden in den Niederlanden wurden im Zweiten Weltkrieg 107.000 im Durchgangslager Westerbork interniert und von dort in die nationalsozialistischen Vernichtungslager deportiert. Die niederländische Staatsbahn will den Überlebenden 15.000 Euro zahlen, den anspruchsberechtigten direkten Nachfahren, Witwern und Witwen zwischen 5000 und 7500 Euro. 

Eine Entschuldigung für ihre Mitwirkung an den Deportationen sprach die Gesellschaft schon 2005 aus. Aber erst im November 2018 erklärte sie ihre Bereitschaft zu Entschädigungsleistungen.

Besondere Berühmtheit erlangte das jüdische Mädchen Anne Frank, das in den Jahren 1942 bis 1944 mit seiner Familie in der Amsterdamer Prinsengracht vor den Nazis verborgen lebte und ein Tagebuch schrieb. Nachdem die Familie verraten und von der Gestapo festgenommen wurde, wurden die 15-jährige Anne und ihre 19 Jahre alte Schwester Margot in das Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht, wo sie an Typhus starben. Ihre Mutter Edith starb in Auschwitz. Nur Annes Vater Otto Frank überlebte. Er veröffentlichte das Tagebuch, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

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