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US-Kriegsschiff "USS Boxer" Bild: AFP

Trump: "Kein Zweifel" an Abschuss einer iranischen Drohne am Persischen Golf

Trotz Dementis aus Teheran beharrt Washington darauf, das US-Kriegsschiff 'USS Boxer' habe in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. 'Kein Zweifel, nein - wir haben sie abgeschossen', sagte US-Präsident Trump am Freitag.

Trotz Dementis aus Teheran beharrt Washington darauf, das US-Kriegsschiff "USS Boxer" habe in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. "Kein Zweifel, nein - wir haben sie abgeschossen", sagte US-Präsident Donald Trump am Freitag im Weißen Haus. Regierung und Armee in Teheran hatten hingegen erklärt, es werde keine Drohne vermisst. Der iranische Vize-Außenminister Abbas Araktschi mutmaßte, die USA könnten "irrtümlich" ihr eigenes Fluggerät abgeschossen haben.

Ein US-Regierungsvertreter sagte am Freitag, es gebe "ganz eindeutige Beweise" für den Abschuss, nannte jedoch keine Details. Auch Sicherheitsberater John Bolton erklärte: "Es steht außer Frage, dass dies eine iranische Drohne war."

Trump hatte gesagt, die "USS Boxer" habe nach einem "feindlichen Akt" eine "verteidigende Maßnahme gegen eine iranische Drohne ergriffen". Diese sei dem Kriegsschiff "sehr, sehr nahe" gekommen. Die Drohne sei sofort zerstört worden, nachdem sie sich dem US-Schiff auf weniger als 1000 Yard (914 Meter) genähert habe.

"Das ist die neueste von vielen provokativen und feindlichen Aktionen Irans gegen Schiffe in internationalen Gewässern", sagte Trump. Die USA würden sich das Recht vorbehalten, ihre Einrichtungen und ihr Personal zu verteidigen. Er appellierte an "andere Länder, ihre Schiffe bei der Durchfahrt der Meerenge zu beschützen und künftig mit uns zusammenzuarbeiten".

Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, forderte von der internationalen Gemeinschaft scharfe Sanktionen gegen den Iran. Dies sei einer der entscheidenden Punkte, "um den Iran von Fehlkalkulationen abzuschrecken, um eine zunehmend militärische Lage im Golf zu verhindern", sagte Issacharoff der Nachrichtenagentur AFP.

Seit dem Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran im Mai 2018 und der Verhängung neuer Sanktionen haben sich die Spannungen in der Golfregion verschärft. Ende Juni hatte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die Revolutionsgarden über der Straße von Hormus fast zu einer militärischen Konfrontation geführt. 

Seit Anfang Mai gab es zudem mehrere Angriffe auf Tanker in der Region, für die Washington den Iran verantwortlich machte. Teheran wies jede Verantwortung zurück.

Der Anfang Juli in Gibraltar aufgebrachte iranische Öltanker "Grace 1" wird aus dem britischen Überseegebiet weiter nicht auslaufen können. Der Oberste Gerichtshof von Gibraltar beschloss am Freitag, den Tanker für weitere 30 Tage festzusetzen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Behörden von Gibraltar verdächtigen den Iran, Syrien unter Verstoß gegen internationale Sanktionen mit Öl beliefern zu wollen. 

Die iranischen Revolutionsgarden gaben am Donnerstag bekannt, dass sie im Persischen Golf den Tanker "Riah" festsetzten, der unter der Flagge Panamas fährt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in Berlin, sie halte es für "sinnvoll", dass der Iran seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen auch weiterhin einhalte. Damit könne Teheran "ein Zeichen guten Willens an die Staatengemeinschaft senden". Es gebe "guten Anlass, über das Abkommen hinaus" mit Teheran Gespräche zu führen, zumal die Bundesregierung "vieles, was der Iran macht, sehr, sehr kritisch" sehe. Jede Möglichkeit diplomatischer Kontakte sollte gesucht werden, ergänzte Merkel. 

Im Zentrum des Irak bombardierte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Drohne einen pro-iranischen paramilitärischen Stützpunkt. Bei dem Angriff auf die Basis Al-Tschuhada der schiitischen Hasched-al-Schaabi-Milizen in der Region Amerli kam nach Angaben der Militärführung des Landes ein irakischer Kämpfer ums Leben, zwei Iraner wurden verletzt. Ein Sprecher des Pentagon betonte, die US-Streitkräfte seien in den Vorfall nicht verwickelt gewesen.

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