Salvini und Berlusconi inszenieren sich für Wähler als Tierliebhaber

Berlusconi und Salvini Bild: AFP

Salvini und Berlusconi inszenieren sich für Wähler als Tierliebhaber

Italiens Innenminister Matteo Salvini und der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi setzen im Ringen um die Wählergunst auf demonstrative Tierliebe. So rief Salvini diesen Monat zur Adoption von 117 Straßenhunden auf.

Italiens Innenminister Matteo Salvini und der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi setzen im Ringen um die Wählergunst auf demonstrative Tierliebe. So rief Salvini diesen Monat zur Adoption von 117 Straßenhunden auf, die in einem von ihm stillgelegten Flüchtlingszentrum zurückgelassen wurden. Berlusconi startete bereits vor den Europawahlen im März eine Kampagne zur Verbesserung des Tierschutzes. 

Die italienische Regierung aus Salvinis fremdenfeindlicher Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung steuert Politikexperten zufolge auf eine Krise zu. Salvini könnte demnach noch vor Ablauf des Jahres Neuwahlen erzwingen. 

Die Lega hat deutlich höhere Beliebtheitswerte als ihr Koalitionspartner. Einer jüngsten Umfrage zufolge würde sie bei Neuwahlen 37 Prozent der Stimmen erhalten - genug um die Fünf-Sterne-Bewegung fallen zu lassen und in einem Bündnis mit rechten Parteien zu regieren. So könnte sich die Lega mit Berlusconis Partei Forza Italia (FI) zusammenschließen.

Sowohl Salvini als auch Berlusconi setzen möglicherweise deshalb derzeit auf einen Trick, der bei Wählern gut ankommt: Sie inszenieren sich als Retter der Vierbeiner. Bereits im vergangenen Jahr begann Salvini damit, Katzenfotos im Onlinedienst Facebook zu veröffentlichen, die ihm Anhänger geschickt hatten. Diese Woche besuchte der 46-Jährige zudem ein Zentrum für streunende Katzen in Rom.

Mit Berlusconi dürfte er jedoch nur schwer mithalten können. Der 82-Jährige rühmt sich damit, seine Mailänder Villa mit einer "glücklichen Familie" von Hunden, Schafen, Pferden und anderen Tieren zu teilen. Vor den vergangenen Parlamentswahlen schloss er sich einer Tierschutzbewegung an und versprach Tierarzt-Besuche für Haustiere kostenlos zu machen. 

Vize-Regierungschef Luigi di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, begnügte sich hingegen bisher mit einem Selfie mit einem Spürhund der Polizei namens Buk. 

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