Grüne: Deutschland muss sich in Genf für Schutzstatus der Giraffen einsetzen

Giraffe in Kenia Bild: AFP

Grüne: Deutschland muss sich in Genf für Schutzstatus der Giraffen einsetzen

Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, sich bei der Weltartenschutz-Konferenz in Genf für einen Schutzstatus der Giraffen einzusetzen.

Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, sich bei der Weltartenschutz-Konferenz in Genf für einen Schutzstatus der Giraffen einzusetzen. "Abseits der Öffentlichkeit findet weltweit ein stilles Aussterben der Giraffen statt", sagte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Steffi Lemke, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre hat sich der Bestand der Giraffen nahezu halbiert, fügte sie mit Blick auf Zahlen aus dem Bundesumweltministerium hinzu.

Wie das Ministerium auf Anfrage Lemkes mitteilte, lag der weltweite Bestand frei lebender Giraffen im Jahr 1985 zwischen 146.700 und 158.500. Zählungen in den Jahren 2015 und 2016 ergaben demnach nur noch einen Bestand von rund 85.000 Tieren. 

Von einzelnen Unterarten gebe es nur noch wenige hundert Tiere, so Lemke. Der Lebensraum der Giraffen werde durch Rodung und Landnutzung, politische Unruhen, illegale Jagd und ökologische Veränderungen bedroht. Auch Wilderei in Zentral- und Ostafrika führe zu Bestandsrückgängen.

"Mit den Giraffen droht eine weitere Tierart aus der freien Wildbahn zu verschwinden", mahnte die Grünen-Politikerin. "Wir erleben derzeit einen in der Geschichte der Menschheit noch nie dagewesenen Artenverlust." Noch gebe es die Möglichkeit, das Artensterben zu stoppen, wenn entschieden gehandelt werde. 

"Auf der Weltartenschutz-Konferenz muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Giraffen in die Liste der geschützten Arten aufgenommen werden", forderte Lemke. "Dieser Schutzstatus ist unerlässlich, wenn wir die Giraffe vor dem stillen Aussterben bewahren wollen."

Vertreter der mehr als 180 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommen Cites beraten ab Samstag in Genf über den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Mit mehr als hundert Tagesordnungspunkten und 57 Anträgen zum Schutz von Arten wie Nashörner, Giraffen, Jaguaren und Haien ist es die längste Tagesordnung in der Cites-Geschichte. 

Das Washingtoner Artenschutzabkommen wurde 1973 geschlossen und regelt den internationalen Handel mit Wildtieren und -pflanzen. Es umfasst derzeit etwa 5000 Tier- und 29.000 Pflanzenarten. Bei den regelmäßigen Vertragsstaatenkonferenzen werden die Listen der Arten, für die Handelsbeschränkungen gelten, angepasst.

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