Iranischer Öltanker von Gibraltar Richtung Griechenland unterwegs

Der Tanker wurde von "Grace 1" in "Adrian Darya-1" umbenannt Bild: AFP

Iranischer Öltanker von Gibraltar Richtung Griechenland unterwegs

Der mehrere Wochen von Gibraltar festgehaltene iranische Öltanker ist Richtung Griechenland unterwegs. Es ist nicht bekannt, wo der Tanker seine Ladung von 2,1 Millionen Barrel Rohöl löschen soll.

Nachdem Gibraltar den Anfang Juli festgesetzten iranischen Tanker freigegeben hat, ist das Schiff unter dem neuen Namen "Adrian Darya-1" Richtung Griechenland in See gestochen. Ungeachtet der US-Forderung nach einer erneuten Beschlagnahmung fuhr der Tanker laut der Website Marine Traffic am Sonntagabend zunächst Richtung Süden und schwenkte am Montagmorgen Richtung Osten ein. Es war nicht bekannt, wo der Tanker seine Ladung von 2,1 Millionen Barrel Rohöl löschen wollte.

Teheran warnte die US-Regierung nach eigenen Angaben vor einem weiteren Versuch zur Beschlagnahmung der "Adrian Darya-1". Der Iran habe die "nötigen Warnungen" über "seine offiziellen Kanäle" an Washington übermittelt, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi vor Journalisten in Teheran.

Gibraltars Behörden hatten den Tanker, der damals noch unter panamaischer Flagge und dem Namen "Grace 1" unterwegs war, am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstoßen hätte. Am Donnerstag gab das Oberste Gericht Gibraltars den inzwischen umbenannten Tanker frei. Teheran hatte Gibraltar zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werde.

Die US-Regierung verlangte am Freitag eine dauerhafte Beschlagnahmung des Tankers. Das US-Justizministerium beharrte darauf, dass das Schiff an "illegalen" Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Gibraltar wies die US-Forderung aber zurück. Die US-Sanktionen gegen den Iran seien in der EU nicht anwendbar, teilten die Behörden am Sonntag mit.

Daraufhin setzte sich der Tanker wieder in Bewegung. Als Zielort gab Marine Traffic die Stadt Kalamata in Griechenland an. Seitens der griechischen Behörden gab es aber keine Bestätigung dafür, dass die "Adrian Darya-1" dort erwartet wurde.

Das Problem sei auch nach der Freigabe des Tankers durch Gibraltar nicht gelöst, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Der Tanker sei zwar umbenannt worden, "aber das Problem mit den US-Sanktionen bleibt bestehen". Am Mittelmeer sehe er keinen Käufer außer dem mit Sanktionen belegten "Regime in Syrien". Sollte der Tanker in den Iran zurückkehren, müsse er den ganzen afrikanischen Kontinent umfahren.

Vor der Freilassung hatten sich die Behörden in Gibraltar schriftlich versichern lassen, dass der Tanker in kein Land fahren werde, das mit EU-Sanktionen belegt ist. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf Washington vor, gegen seinen Land einen "Wirtschaftskrieg" zu führen. Teheran könne bei der Auslieferung von Erdöl "nicht transparent" agieren, weil die USA "die anderen illegal einzuschüchtern versuchen", fügte Sarif hinzu.

Der Fall hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten weiter verschärft. Zwei Wochen nach der Festsetzung der "Grace 1" setzte der Iran im Persischen Golf das britische Schiff "Stena Impero" fest.

Der iranische Außenamtssprecher Mussawi sagte am Montag, zwischen den beiden Schiffen gebe es "keinerlei Verbindung". Die "Stena Impero" sei wegen "zwei oder drei Verstößen" gegen Schifffahrtsregeln festgesetzt worden. Damit beschäftige sich nun ein Gericht. Die iranische Regierung hoffe darauf, dass die Untersuchung bald abgeschlossen werden könne und ein Urteil verkündet werde.

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