Tausende Autogegner demonstrieren gegen die Automobilmesse in Frankfurt

Aktion zum Auftakt der Frankfurter Kundgebung Bild: AFP

Tausende Autogegner demonstrieren gegen die Automobilmesse in Frankfurt

Am ersten Publikumstag der Internationalen Automobilmesse (IAA) in Frankfurt am Main haben tausende Demonstranten eine Verkehrswende gefordert. Auf einer Kundgebung trugen sie ihre Forderungen nach einem sofortigen Verzicht auf Verbrennungsmotoren vor.

Am ersten Publikumstag der Internationalen Automobilmesse (IAA) in Frankfurt am Main haben tausende Demonstranten eine klimafreundliche Verkehrswende gefordert. An einem Kundgebungszug und einer Fahrrad-Sternfahrt zum Messegelände beteiligten sich am Samstag nach Angaben der Veranstalter 25.000 Menschen, die Polizei sprach von 15.000 Teilnehmern. Ihre Forderungen: ein sofortiger Verzicht auf Verbrennungsmotoren, ein klimaneutraler Verkehr bis 2035, ein massiver Ausbau von Bus und Bahn sowie Vorrang für Fuß- und Radfahrer.

Die Kundgebungsteilnehmer zogen nach Polizeiangaben auf dem Fahrrad und zu Fuß friedlich aus mehreren Richtungen zum IAA-Gelände. Kurzzeitig mussten Abschnitte der Autobahnen A648 und A661 für die Teilnehmer der Fahrrad-Sternfahrt gesperrt werden.

"Die Zeit für protzige Spritschlucker und immer größere SUVs ist vorbei", erklärten die Organisatoren. "Heute haben sich zehntausende Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad die Stadt von der Autoindustrie zurückerobert."

Die Sternfahrt stand unter dem Motto "Raus aus dem Verbrennungsmotor - Verkehrswende jetzt!" und richtete sich sowohl an die Autoindustrie als auch an die Politik. Bei der Abschlusskundgebung vor der IAA-Messe trug das Demo-Bündnis seine Forderungen vor.

Neben der IAA-Messe hatten die Demonstranten auch den 20. September im Blick, an dem die Bundesregierung ihre Maßnahmen zum Klimaschutz vorstellen will. "Jetzt muss die Regierung liefern und den Rahmen setzen für eine Wende weg von der autofixierten Verkehrspolitik und hin zu klimafreundlichen, sauberen und lebenswerten Städten", erklärten die Organisatoren.

Die Kundgebung unter dem Motto "Aussteigen" hatte mit einer Aktion in der Innenstadt begonnen: Die Demonstranten stellten eine mit den Logos von Autokonzernen beklebte Großpuppe auf, aus deren Schritt phallusartig ein Auspuff hervorragte. Dieser wurde von einem Demonstranten abgesägt - die Säge trug die Aufschrift "Autokonzerne entmachten!" 

Zu den Protesten hatte ein Bündnis aufgerufen, in dem sich ADFC, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und VCD engagieren.

Am Freitag hatten bereits Teilnehmer der Klimaschutzbewegung Fridays for Future in Frankfurt gegen die IAA protestiert. Am Sonntag wollen Mitglieder der Organisation "Sand im Getriebe" mit friedlichen Blockaden den Ablauf der Messe stören. Die Organisation Attac hält zudem zwei Mahnwachen ab. Die IAA öffnete am Samstag für das breite Publikum. Sie endet kommende Woche Sonntag.

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