In Deutschland bisher keine bedrohlichen Vergiftungen durch E-Zigaretten bekannt

Raucher mit E-Zigarette Bild: AFP

In Deutschland bisher keine bedrohlichen Vergiftungen durch E-Zigaretten bekannt

In Deutschland ist es anders als in den USA bislang zu keinen bedrohlichen Vergiftungen durch E-Zigaretten gekommen. Das ergab eine Auswertung von Anfragen bei den Giftinformationszentren durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

In Deutschland hat es anders als in den USA bislang keine bedrohlichen Vergiftungen durch E-Zigaretten gegeben. Wie eine Auswertung von Anfragen bei den Giftinformationszentren durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ergab, ging es in den meisten Fällen um das unbeabsichtigte Verschlucken der meist nikotinhaltigen Nachfülllösungen, häufig durch Kinder. Darunter fanden sich auch zwei als lebensbedrohlich eingestufte Fälle, wie das Bundesinstitut am Freitag in Berlin mitteilte.

Anhaltende Atembeschwerden und Lungenschäden nach den Inhalieren von Liquids, wie aus den USA berichtet, wurden aus Deutschland nicht bekannt. "Trotz der nun vorliegenden Ergebnisse müssen wir hinsichtlich des Gebrauchs von E-Zigaretten weiter wachsam sein", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. "Vor allem raten wir nachdrücklich davon ab, Liquids selbst zu mischen."

In den USA wurden inzwischen dutzende Todesfälle und mehr als 2000 Fälle von schweren Lungenerkrankungen mit dem Rauchen von E-Zigaretten in Verbindung gebracht. Eine mögliche Ursache ist laut der US-Gesundheitsbehörde CDC Vitamin-E-Acetat, eine ölige Flüssigkeit, die in manchen Liquids enthalten ist und die in der Lungenflüssigkeit von Patienten nachgewiesen wurde.

Bei den in Deutschland im Rahmen einer Studie registrierten 851 Vergiftungen und Verdachtsfällen nach Kontakt mit E-Zigaretten oder E-Liquids wurde in acht Prozent ein bestimmungsgemäßer Gebrauch durch Einatmen und Inhalation angegeben. Das versehentliche Verschlucken von Liquids stellt mit 82 Prozent der Fälle den häufigsten Grund für Anfragen zu E-Zigaretten bei den Giftinformationszentren dar. Häufig sind demnach Kleinkinder betroffen.

Das in E-Liquids meist enthaltene Nikotin kann beim Verschlucken schon in geringen Mengen zu Gesundheitsbeschwerden wie starkem Erbrechen führen. Bei der Aufnahme größerer Mengen von Nikotin kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen kommen. Bei zwei Patienten kam es der Studie zufolge zu einer schweren Vergiftung. In beiden Fällen hatten die Betroffenen starke Bewusstseinsstörungen und weitere Symptome, nachdem sie ein E-Liquid verschluckt hatten.

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