Studie: Weltmeere so warm wie nie

Das Meer absorbiert überschüssige Hitze Bild: AFP

Studie: Weltmeere so warm wie nie

Die Weltmeere waren infolge des Klimawandels vergangenes Jahr so warm wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung internationaler Wissenschaftler im Fachblatt 'Advances in Atmospheric Sciences'.

Die Weltmeere waren vergangenes Jahr infolge des Klimawandels so warm wie nie seit Beginn der Messungen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung internationaler Wissenschaftler, die am Dienstag im Fachblatt "Advances in Atmospheric Sciences" veröffentlicht wurde. Diese Erwärmung der Ozeane schlägt sich demnach bereits in zunehmenden Extremwetterphänomenen wie den Buschbränden in Australien nieder.

Die Weltmeere absorbieren mehr als 90 Prozent der überschüssigen Hitze, die durch klimaschädliche Treibhausgasemissionen verursacht wird. An ihrer Erwärmung lässt sich daher das Ausmaß des Klimawandels ablesen.

Der Studie zufolge waren die Ozeane vergangenes Jahr 0,075 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Nie seit Beginn der Messungen seien die Meere wärmer gewesen als in den vergangenen fünf Jahren.

Für ihre Untersuchung hatten die Wissenschaftler Daten von Chinas Institute of Atmospheric Physics (IAP) zu den Meerestemperaturen bis zu einer Tiefe von 2000 Metern ausgewertet. Dem Temperaturanstieg zufolge haben die Meere in den vergangenen Jahrzehnten Energie im Umfang von 228 Zetta-Joules (228 Trilliarden Joules) absorbiert. 

Die vom Menschen erzeugte Hitze, welche die Meere in den vergangenen 25 Jahren aufgenommen haben, entspreche 3,6 Milliarden Explosionen von Hiroshima-Atombomben, erklärte der IAP-Forscher und führende Studienautor Cheng Lijing. 

Allein 2019 mussten die Meere der Untersuchung zufolge 25 Zetta Joules zusätzliche Energie aufnehmen. "Das ist grob so viel, wie wenn jeder auf der Erde hundert Föns oder hundert Mikrowellen das ganze Jahr lang ununterbrochen laufen lässt", sagte der Studien-Co-Autor Michael Mann, der das Zentrum für Erdsystemwissenschaften der US-Universität Penn State leitet, der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben Manns gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Meereserwärmung und klimabedingten Wetterextremen. Diese trage letztlich zu Trockenheit auf den Kontinenten bei und sei wiederum ein wesentlicher Faktor der jüngsten Brände im brasilianischen Amazonas-Gebiet, im US-Bundesstaat sowie in Australien.  

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