Angolas Justiz wirft Isabel dos Santos Unterschlagung vor

Isabel dos Santos im Februar 2018 in Portugal Bild: AFP

Angolas Justiz wirft Isabel dos Santos Unterschlagung vor

Die Justiz in Angola hat der Milliardärin Isabel dos Santos Unterschlagung vorgeworfen. Angola gehe davon aus, dass das Geld, das in Investitionen Dos Santos' in Portugal geflossen sei, 'Angola auf illegale Weise verlassen' habe, erklärte Generalstaatsanwalt Helder Pitta Gros.

Die Justiz in Angola hat der Milliardärin Isabel dos Santos Unterschlagung vorgeworfen. Angola gehe davon aus, dass das Geld, das in Investitionen Dos Santos' in Portugal geflossen sei, "Angola auf illegale Weise verlassen" habe, sagte Generalstaatsanwalt Helder Pitta Gros am Freitag während eines Aufenthalts in Lissabon. Nach Enthüllungen über dubiose Milliardengeschäfte hatte die Justiz in Angola zuvor Anklage gegen die Tochter von Ex-Staatschef José Eduardo dos Santos und reichste Frau des Landes erhoben.

Erst am Donnerstag hatte die in London lebende Dos Santos die Vorwürfe der angolanischen Justiz als "irreführend und unwahr" bezeichnet. Die 46-Jährige kündigte zudem an, ihren "guten Namen" vor Gericht verteidigen zu wollen. 

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft werden Dos Santos sowie fünf weiteren Verdächtigen Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Konkret geht es demnach unter anderem um Missmanagement, unerlaubte Einflussnahme und Urkundenfälschung während ihrer Zeit an der Spitze des staatlichen Ölkonzerns Sonangol. Die Ermittler gehen davon aus, dass Dos Santos einen Großteil des unterschlagenen Geldes in Portugal investierte.

José Eduardo Dos Santos hatte das zentralafrikanische Angola, das zu den ärmsten und korruptesten Ländern der Welt gehört, von 1979 bis 2017 autokratisch regiert. Am Sonntag veröffentlichte Recherchen des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten (ICIJ), zu dem auch "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR gehören, legen den Verdacht nahe, dass seine Tochter erhebliche Vorteile aus dem korrupten System in Angola zog.

Laut den "Luanda Leaks" hat Dos Santos "systematisch" von Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme in Angola profitiert, um ihr Milliardenvermögen anzuhäufen.

Die Geschäftsfrau lebt seit dem Rücktritt ihres Vaters im August 2017 in London und Dubai. Die angolanische Justiz will nach eigenen Angaben nun "alle zur Verfügung stehenden Mittel" einsetzen, um die 46-Jährige in ihr Heimatland zurückzubringen und dort vor Gericht zu stellen.

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