Spahn schließt weitere Schutzmaßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus nicht aus

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin Bild: AFP

Spahn schließt weitere Schutzmaßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus nicht aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat weitere Schutzmaßnahmen bei einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland nicht ausgeschlossen. Dies müsse aber im Einzelfall unter dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entschieden werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat weitere Schutzmaßnahmen bei einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland nicht ausgeschlossen. Beim Auftreten von Infektionen in einer Stadt oder Gemeinde werde entschieden, welche Maßnahmen im öffentlichen Raum notwendig sind, sagte Spahn am Montag in Berlin. "Grundsätzlich lassen sich keine Maßnahmen ausschließen, gleichzeitig stellt sich immer die Frage der Verhältnismäßigkeit."

Das Infektionsschutzgesetz sehe verschiedene Möglichkeiten vor, um ein Infektionsgeschehen zu begrenzen. Zwischen der Absage von Großveranstaltungen, der Schließung von Einrichtungen wie Schulen oder Kitas "bis hin zum Abriegeln ganzer Städte" gebe es zahlreiche Zwischenstufen. Es müsse "im Einzelfall" entschieden sowie "angemessen und verhältnismäßig" vorgegangen werden. Obwohl beispielsweise die Masern deutlich ansteckender seien als Corona, würden auch bei Maserninfektionen keine Städte gesperrt, sagte Spahn.

Der Gesundheitsminister rechnet angesichts der Entwicklung in Italien damit, dass sich das Coronavirus auch in Deutschland ausbreiten kann. "Die Coronaepidemie ist in Europa angekommen", sagte Spahn. Die Infektionsketten seien zudem teilweise nicht mehr nachzuvollziehen. Spahn zeigte sich aber nach wie vor überzeugt, dass Deutschland "bestmöglich" vorbereitet ist. Italien ist binnen kurzer Zeit zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa geworden.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte in Berlin, es gehe darum "Zeit zu gewinnen", um neue Erkenntnisse zu dem Erreger umzusetzen und beispielsweise Therapiemöglichkeiten für Patienten zu finden. "Wir müssen davon ausgehen, dass sich das Virus in Deutschland ausbreitet."

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