Schulen in Japan sollen wegen Coronavirus-Epidemie wochenlang schließen

Besatzungsmitglieder auf der "Diamond Princess" Bild: AFP

Schulen in Japan sollen wegen Coronavirus-Epidemie wochenlang schließen

In Japan sollen die Schulen wegen der Coronavirus-Epidemie für mehrere Wochen geschlossen bleiben. Für die Regierung stehe die Gesundheit und Sicherheit der Kinder an erster Stelle, sagte Ministerpräsident Abe in Tokio.

In Japan sollen die Schulen wegen der Coronavirus-Epidemie für mehrere Wochen geschlossen bleiben. Für die Regierung stehe die Gesundheit und Sicherheit der Kinder an erster Stelle, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe am Donnerstag in Tokio. Er forderte deshalb alle Schulen des Landes auf, vom 2. März bis zu den Ende März beginnenden Frühjahrsferien zu schließen. Auf der Insel Hokkaido hatten bereits am Donnerstag viele Schulen geschlossen, in Osaka sollen sie ab Samstag für zwei Wochen schließen.

In Japan haben sich mittlerweile fast 200 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, drei Menschen starben. Ein zusätzlicher Infektionsherd war das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess", das mit 3700 Passagieren und Besatzungsmitgliedern zwei Wochen im Hafen von Yokohama unter Quarantäne stand. Bei mehr als 700 Menschen an Bord wurde eine Infektion festgestellt, vier Passagiere starben. Bei mehreren Passagieren, die nach einem negativen Test von Bord gehen durften, wurde das Virus erst nach ihrer Heimkehr nachgewiesen.

Am Donnerstag durften auch die ersten 240 Besatzungsmitglieder das Schiff verlassen. Sie müssen nach Angaben der japanischen Gesundheitsbehörden allerdings noch für zwei Wochen in Japan in Quarantäne bleiben, bevor sie in ihre Heimatländer zurückkehren dürfen.

Die japanischen Behörden gaben unterdessen den ungewöhnlichen Fall einer Coronavirus-Patientin bekannt, die nach ihrer Genesung erneut positiv auf den Erreger getestet wurde. Bei der etwa 40-jährigen Frau war die Infektion erstmals am 29. Januar festgestellt worden, wie die Behörden in Osaka am Donnerstag mitteilten. Sie hatte als Reiseleiterin eine Touristengruppe aus Wuhan, dem Ausgangspunkt der Epidemie in China, begleitet.

Die Frau wurde im Krankenhaus behandelt und schließlich als geheilt entlassen. Obwohl sie immer noch hustete, fiel ein Virus-Test am 6. Februar negativ aus. Eine Woche später war sie symptomfrei. Am 21. Februar ging sie wieder zum Arzt, weil sie Hals- und Brustschmerzen hatte. Am Mittwoch wurde sie zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet.

Die Frau ist nach Angaben der Behörden in Osaka die erste Coronavirus-Patientin, die nach ihrer Heilung erneut positiv auf das Virus getestet wurde.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte, ihm sei der Fall bislang nicht bekannt. Grundsätzlich würden erkrankte Menschen das Virus noch eine gewisse Zeit ausscheiden, es könne auch noch einmal nachgewiesen werden. Die "Spekulation" über eine zweite Infektion sei "nach allem, was wir wissen, nicht plausibel".

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