Putin bietet Opec gemeinsame Drosselung der Ölförderung an

Russlands Präsident Wladimir Putin Bild: AFP

Putin bietet Opec gemeinsame Drosselung der Ölförderung an

Wenige Tage vor den Beratungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) über die Folgen der Corona-Pandemie hat Russlands Staatschef Wladimir Putin eine Zusammenarbeit bei der Drosselung der Ölförderung angeboten.

Wenige Tage vor den Beratungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) über die Folgen der Corona-Pandemie hat Russlands Staatschef Wladimir Putin eine Zusammenarbeit bei der Drosselung der Ölförderung angeboten. Sein Land sei bereit zu einer Zusammenarbeit in dieser Frage mit der Opec+ und den USA, erklärte Putin am Freitag. Russland stehe dazu in direktem Kontakt mit Saudi-Arabien. Auch zu einer Zusammenarbeit mit den USA sei er bereit.

Er glaube, "dass es notwendig ist, die Anstrengungen zu vereinen, um den Markt auszugleichen und die Produktion zu verringern", sagte Putin laut einer vom Kreml veröffentlichten Mitschrift eines Gesprächs mit seinem Energieminister Alexander Nowak. "Nach vorläufigen Schätzungen denke ich, dass es möglich ist, dass es sich um eine Verringerung von rund zehn Millionen Barrel pro Tag handelt", führte Putin aus. "Vielleicht ein bisschen weniger, vielleicht ein bisschen mehr."

Wegen der Coronavirus-Pandemie und der damit zusammenhängenden massiven Einschränkungen von Wirtschaft und öffentlichem Leben ist die weltweite Nachfrage nach Erdöl deutlich zurückgegangen. Anfang März hatte Russland bei Verhandlungen mit der Opec eine Drosselung der Ölförderung zur Stabilisierung der Preise noch abgelehnt. Das wichtige Förderland Saudi-Arabien senkte daraufhin den Ölpreis massiv und kündigte zudem an, die Fördermenge zu erhöhen.

Am Freitag verlautete, dass die Opec und ihre Partner sich am Montag in einer Videokonferenz über die Folgen der Krise beraten wollen. Ziel sei die Stabilisierung des Ölmarktes, hieß es.

Bereits am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump im Kurzmitteilungsdienst Twitter geschrieben, er habe mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, der wiederum mit Putin gesprochen habe. Trump fügte hinzu: "Ich erwarte und hoffe, dass sie (die Ölproduktion) um 10 Millionen Barrel zurückfahren." Die Preise für die Rohölsorten Brent und West Texas Intermediate schossen daraufhin um mehr als 30 Prozent in die Höhe.

Allerdings bestritt der Kreml umgehend, dass Putin mit dem saudiarabischen Kronprinzen gesprochen habe. Ein solches Gespräch habe nicht stattgefunden und sei derzeit auch nicht geplant, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Am Freitag sagte Putin, dass er über die Ölfördermengen kürzlich mit Trump gesprochen habe.

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