Trump empfiehlt US-Bürgern wegen Corona-Pandemie das Bedecken von Mund und Nase

Trump (l.) beim täglichen Corona-Briefing Bild: AFP

Trump empfiehlt US-Bürgern wegen Corona-Pandemie das Bedecken von Mund und Nase

Angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Pandemie empfiehlt die US-Regierung ihren Bürgern nun doch, außerhalb der Wohnung Mund und Nase zu bedecken. Verpflichtend sei dies aber nicht, betonte US-Präsident Donald Trump in Washington.

Angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Pandemie empfiehlt die US-Regierung ihren Bürgern nun doch, außerhalb der Wohnung Mund und Nase zu bedecken. Verpflichtend sei dies aber nicht, betonte US-Präsident Donald Trump am Freitag in Washington. Binnen 24 Stunden wurden in den USA 1480 weitere Todesfälle registriert. Gesundheitsminister Alex Azar kündigte an, die Behandlungskosten für Corona-Patienten ohne Krankenversicherung würden übernommen.

Zum Bedecken von Mund und Nase könnten Schals oder selbstgemachte Masken zum Einsatz kommen, sagte Trump; medizinische Schutzmasken sollten dem Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorbehalten bleiben. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte das Tragen einer Maske bislang nur Kranken und Menschen empfohlen, die sich privat um Patienten kümmern.

Er selbst werde keinen Mund-Nase-Schutz tragen, sagte Trump. Der US-Präsident hatte die Pandemie zu Beginn verharmlost und von einem "Schwindel" der Demokraten gesprochen.

Wegen der Corona-Krise gibt es in vielen Ländern Engpässe bei medizinischer Ausrüstung. Es mangelt vor allem an Profi-Schutzmasken, wie sie von Ärzten und Krankenschwestern sowie Altenpflegern benötigt werden. Mehrere Länder werfen den USA vor, für sie bestimmte Schutzmasken aufgekauft zu haben. Die USA weisen die Vorwürfe zurück. 

Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, verwies am Freitag im Sender Fox News auf "jüngste Informationen", wonach das Virus schon beim normalen Sprechen übertragen werden könne. Bislang wurde hauptsächlich Husten und Niesen als Übertragungsweg angesehen. Der Virologe Fauci berät den Präsidenten im Kampf gegen die Pandemie, die Ende vergangenen Jahres in China ihren Ausgang nahm.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden zwischen Donnerstag 20.30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Freitagabend in den USA 1480 weitere Todesfälle registriert. Am Vortag hatte die Zahl bei 1169 gelegen. Der traurige Rekord war bis dahin von Italien mit 969 verzeichneten Corona-Toten am 27. März gehalten worden.

Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität bis Freitagabend 7406 Todesopfer in den USA. Rund 277.000 Menschen wurden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Laut den Prognosen der Regierung in Washington könnten in den USA zwischen 100.000 und 240.000 Menschen an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sterben.

Besonders betroffen ist der Bundesstaat New York. In New York City starben bislang 1867 Menschen, rund 57.000 Menschen wurden positiv getestet. Auf dem seit Montag vor der Millionenmetropole liegenden Militärkrankenhausschiff "USNS Comfort" waren am Freitag 21 Patienten ohne Corona-Bezug. Das schwimmende Krankenhaus mit tausend Krankenbetten und zwölf Operationssälen soll die New Yorker Kliniken entlasten. 

Die US-Regierung kündigte unterdessen an, die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung zu übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. In dem vom Kongress verabschiedeten Nothilfepaket zur Bekämpfung der Pandemie seien dafür 100 Milliarden Dollar vorgesehen, sagte Gesundheitsminister Azar.

In den USA haben mindestens 27,5 Millionen Bürger keine Krankenversicherung. Hinzu kommen etwa zehn Millionen Menschen, die in den vergangenen beiden Wochen arbeitslos wurden und somit ihren Krankenversicherungsschutz verloren. Der Vorgänger von Trump, Barack Obama, hatte das nach ihm benannte Gesundheitssystem Obamacare eingeführt, das vielen Millionen US-Bürgern erstmals eine Krankenversicherung ermöglichte. Trump kämpft seit seinem Amtsantritt Anfang 2017 dafür, diese Reform rückgängig zu machen. 

Gesundheitsexperten warnen davor, dass sich viele US-Bürger aus Angst vor den Kosten nicht behandeln ließen, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. So gefährdeten sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern würden das Virus auch weiterverbreiten.

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