Geschäft mit Masken in Berlin Bild: AFP

"Report-Mainz": Zahlreiche Ärzte hebeln Maskenpflicht mit Attesten aus

Bundesweit stellen zahlreiche Ärzte laut dem ARD-Magazin 'Report Mainz' Atteste gegen die Maskenpflicht aus, ohne Patienten vorher medizinisch zu untersuchen. Sie unterstützen eine Initiative, die Corona-Maßnahmen als überzogen kritisiert.

Bundesweit stellen zahlreiche Ärzte nach einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" Atteste gegen die Maskenpflicht aus, ohne Patienten vorher medizinisch zu untersuchen. Nach einem Bericht des Magazins vom Dienstag unterstützen sie eine Initiative, die Corona verharmlost und Maßnahmen gegen die Pandemie als überzogen kritisiert.

Die Initiative "Ärzte für Aufklärung" wirbt demnach im Internet dafür, "großzügig" Atteste gegen die Maskenpflicht auszustellen. Etwa 2000 Unterstützer habe die Initiative nach eigenen Angaben, darunter hunderte Mediziner. Das belegen demnach auch Recherchen von "Report Mainz".

Das Magazin hat nach eigenen Angaben mehr als 40 dieser Ärztinnen und Ärzte stichprobenartig angeschrieben und nach einem Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht gefragt und zwar nicht aus medizinischen Gründen, sondern wegen persönlicher Abneigung. Etwa die Hälfte der angeschriebenen Ärzte antwortete demnach auf die verdeckte Anfrage, keiner von ihnen habe das Ausstellen eines solchen Attests aus ethischen Gründen zurückgewiesen.

Andere hätten bestätigt, dass man bei ihnen solch ein Attest bekommen könne. Bei Ärzten aus vier verschiedenen Bundesländern machten die Journalisten demnach den Test vor Ort und erhielten allein aufgrund einer vermeintlichen Ablehnung der Maskenpflicht ein Attest. 

Aus Sicht des SPD-Politikers Karl Lauterbach wird damit die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht durch lapidare Atteste unterlaufen. "Das ist nichts anderes, als dass man die medizinische, die ärztliche Autorität missbraucht, um ein Gesetz auszuhebeln", sagte er "Report Mainz". Laut Bundesgesundheitsministerium ist demnach zudem das Ausstellen von Attesten ohne vorherige Untersuchung grundsätzlich unzulässig. 

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