Macron dankt Gesundheitspersonal in Corona-Krise

Flugschau über den menschenleeren Champs-Elysées Bild: AFP

Macron dankt Gesundheitspersonal in Corona-Krise

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) werden am Dienstag zum französischen Nationalfeiertag in Paris erwartet. Präsident Emmanuel Macron will zu diesem Anlass Deutschland und anderen EU-Ländern danken, die in der Coronavirus-Krise Patienten aus Frankreich aufgenommen haben. Wegen der Pandemie findet die traditionelle Militärzeremonie in diesem Jahr in deutlich kleinerem Maßstab und ohne Zuschauer statt.

Zum französischen Nationalfeiertag hat Präsident Emmanuel Macron dem Gesundheitspersonal und anderen Helfern in der Corona-Krise gedankt. Das Land habe "Hingabe, Hartnäckigkeit, Mut und Solidarität" bewiesen, erklärte der Präsident am Dienstag. Wegen der Pandemie fiel die traditionelle Militärparade auf dem Boulevard Champs-Elysées erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg aus. Um eine zweite Infektionswelle zu vermeiden, sprach sich der Staatschef für eine verschärfte Maskenpflicht aus. 

Der französische Präsident hatte unter anderen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seine Amtskollegen aus Österreich, der Schweiz und Luxemburg zu der Zeremonie eingeladen. Diese Länder hatten Corona-Patienten aus Frankreich aufgenommen. In deutschen Kliniken wurden nach Angaben von Spahns Ministerium 130 Franzosen behandelt. Auch mehrere deutsche Ministerpräsidenten reisten nach Paris, darunter Armin Laschet aus Nordrhein-Westfalen und Volker Bouffier aus Hessen (beide CDU).

Am Nationalfeiertag erinnert Frankreich an den Sturm auf das Bastille-Gefängnis am 14. Juli 1789. Er gilt als Auftakt der Französischen Revolution. Bei der diesjährigen Zeremonie zeichneten Flugzeuge die blau-weiß-roten Farben der französischen Flagge in den Himmel über den menschenleeren Champs-Elysées. 

Stattdessen gab es eine deutlich kleinere Zeremonie mit rund 2000 Soldaten auf dem Concorde-Platz. Öffentliche Zuschauer waren nicht zugelassen, der Bereich bis zum Triumphbogen war abgesperrt.

Macron nannte die diesjährige Zeremonie eine "nationale Hommage" für alle Berufsgruppen, die in der Corona-Krise "ihr Leben gaben" oder besonderen Einsatz gezeigt hatten. Neben Ärzten und Pflegekräften waren auch Lehrer, Supermarktkassierer, Bestatter, Polizisten und Feuerwehrleute unter den 2500 geladenen Gästen auf der Ehrentribüne.

Während der Zeremonie ließen Demonstranten Ballons mit einem Protestbanner über dem Concorde-Platz aufsteigen. Sie warfen Macron vor, die Krankenhäuser des Landes mit Einsparungen zu "ersticken". Zuvor hatten Regierung und Gewerkschaften ein Hilfsprogramm für die Kliniken im Umfang von gut acht Milliarden Euro besiegelt. Es sieht auch mehr Geld für Ärzte und Pfleger vor.

Bei einem Fernsehinterview sprach sich Macron dafür aus, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes "in allen geschlossenen öffentlichen Räumen zur Pflicht zu machen". Als möglichen Termin nannte er den 1. August. Die Regierung habe Hinweise, dass sich die Ausbreitung des Virus "ein wenig beschleunigt", sagte Macron. Bisher gilt die Maskenpflicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Macron betonte, im Fall einer zweiten Corona-Welle werde die Regierung so "lokal und zielgerichtet wie möglich" reagieren, um eine weitere Ausgangssperre zu verhindern. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zwischen März und Mai hatten die Wirtschaft weitgehend zum Erliegen gebracht. Frankreich ist mit mehr als 30.000 Todesfällen eines der am meisten betroffenen Länder in Europa.

Für die verbleibenden 600 Tage seiner ersten Amtszeit kündigte Macron einen "neuen Weg" an. Auf seine umstrittene Rentenreform will er vor den Präsidentschaftswahlen 2020 zwar nicht verzichten, sie aber anpassen. Zu Jahresbeginn hatten Streiks und Massenproteste das Land lahmgelegt.

Zudem will Macron den Kampf gegen den Klimawandel in der Verfassung verankern. Dabei zeigte er sich erneut offen für ein Referendum. Zudem versprach er, den Schienenverkehr auszubauen und Schulen und Altenheime zu modernisieren. In letzten Umfragen hatten sich weniger als 40 Prozent der Franzosen mit Macrons Kurs zufrieden gezeigt.

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