Zehntausende kämpfen gegen Überschwemmungen entlang des Jangtse in China

Sandsäcke schleppende Soldaten in Jiujiang Bild: AFP

Zehntausende kämpfen gegen Überschwemmungen entlang des Jangtse in China

Nach Dutzenden Todesopfern durch Hochwasser entlang des Jangtse-Flusses in China kämpfen zehntausende Einsatzkräfte gegen weitere folgenschwere Überschwemmungen in der Region. Soldaten schleppten Sandsäcke zum Ufer des Poyang-Sees.

Nach Dutzenden Todesopfern durch Hochwasser entlang des Jangtse-Flusses in China haben am Dienstag zehntausende Einsatzkräfte gegen weitere folgenschwere Überschwemmungen in der Region gekämpft. Soldaten in Rettungswesten schleppten Sandsäcke zum Ufer des Poyang-Sees in der südöstlichen Provinz Jiangxi. In der Stadt Jiujiang, in deren Nähe der See in den Jangtse mündet, bauten sie einen mannshohen Damm.

Staatsmedien zufolge wurden mehr als 100.000 Soldaten, Rettungskräfte und andere Menschen für den Hochwasserschutz mobilisiert. Rund die Hälfte von ihnen wurde zum Poyang-See geschickt, wo bereits viele Dämme und Deiche gebrochen sind. Der Poyang-See ist das größte Süßwassergewässer, das sich vollständig auf chinesischem Gebiet befindet.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, der Wasserstand des Sees habe bereits einen Rekord aus dem Jahr 1998 gebrochen, als in der Region mehr als 4000 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen waren. Bereits seit Juni regnet es in der Region so heftig wie seit 60 Jahren nicht mehr. Bei vielen mit dem Jangtse verbundenen Gewässern wurden Rekord-Wasserstände gemessen. Nach Behördenangaben kamen bereits 141 Menschen ums Leben oder gelten als vermisst.

Sorgen machten sich die Behörden auch um die am Jangtse gelegene Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan, die bereits von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde. Doch der Jangtse erreichte in der Hauptstadt der Provinz Hubei am Montag offenbar seinen Höchststand, ohne größere Schäden anzurichten.

Der Jangtse ist nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Allein in seinem Mündungsbereich leben rund 400 Millionen Menschen, rund ein Drittel der chinesischen Bevölkerung. Wegen der Eisschmelze in Tibet und sommerlicher Regenfälle gibt es regelmäßig Überschwemmungen entlang des Jangtse.

Umweltschützern zufolge hat die Hochwassergefahr in den vergangenen Jahrzehnten allerdings zugenommen. Sie machen dafür den ungehemmten Bau von Sperranlagen verantwortlich, die Verbindungen zwischen Flüssen, Seen und Überflutungsebenen abschneiden. Als weiteren Faktor nennen sie die verstärkte Gletscherschmelze im Himalaya infolge des Klimawandels.

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