Frankreich prüft russisches Rechtshilfegesuch zu Fall Nawalny

Ehepaar Nawalny auf Instagram-Foto Bild: AFP

Frankreich prüft russisches Rechtshilfegesuch zu Fall Nawalny

Bei Frankreichs Regierung ist ein russisches Rechtshilfegesuch zum Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny eingegangen. Ein französisches Labor hatte den deutschen Befund bestätigt, wonach Nawalny mit einem Kampfstoff vergiftet wurde.

Bei der französischen Regierung ist ein Rechtshilfegesuch der russischen Behörden zum Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny eingegangen. Das Gesuch werde geprüft, teilte am Dienstag das Außenministerium in Paris mit. Die Priorität der französischen Regierung liege aber darauf, dass Moskau "die Umstände und Verantwortlichkeiten hinter dem Mordversuch" an Nawalny aufkläre, der auf russischem Territorium verübt worden sei, betonte ein Ministeriumssprecher.

Labore in Frankreich wie auch in Schweden hatten den Befund eines Speziallabors der Bundeswehrs bestätigt, wonach der prominente Kritiker des russischen Staatschefs Wladimir Putin "zweifellos" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Die Substanz war in der früheren Sowjetunion entwickelt worden. Moskau weist den Verdacht vehement zurück, staatliche russische Stellen könnten Nawalny gezielt vergiftet haben.

Der Kreml-Kritiker war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zunächst wurde Nawalny nach einer Notlandung in einem Krankenhaus in Omsk behandelt, zwei Tage später wurde er auf Drängen seiner Familie und seiner Unterstützer zur Behandlung in die Berliner Klinik Charité gebracht.

Inzwischen schreitet die Genesung Nawalnys langsam voran. Es gehe ihm immer besser, "aber der Weg ist noch lang", erklärte der 44-Jährige am Samstag im Onlinedienst Instagram. Dazu wurde ein Foto gepostet, das zeigt, wie er eine Treppe hinuntergeht.