UN-Sicherheitsrat fordert

Mann verlässt provisorischen Schutzbunkerin der Stadt Tartar Bild: AFP

UN-Sicherheitsrat fordert "unverzügliches" Ende der Kämpfe in Berg-Karabach

Der UN-Sicherheitsrat hat die 'unverzügliche' Einstellung der Kämpfe in der Kaukasusregion Berg-Karabach gefordert. Das mächtigste UN-Gremium appellierte an die Konfliktparteien, 'ohne Verzögerung' an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Der UN-Sicherheitsrat hat die "unverzügliche" Einstellung der Kämpfe in der Südkaukasus-Region Berg-Karabach gefordert. In einer am Dienstag in New York veröffentlichten Erklärung appellierten die 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UN-Gremiums an die Konfliktparteien, "ohne Verzögerung" an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sie sollten dafür mit der sogenannten Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) zusammenarbeiten.

Zu der Dringlichkeitssitzung zum in den vergangenen Tagen eskalierten Konflikt in Berg-Karabach war der Sicherheitsrat nach Angaben von Diplomaten auf Initiative von Deutschland und Frankreich zustande gekommen. Die Beratungen fanden hinter verschlossenen Türen statt. 

Es gibt starke Befürchtungen, dass sich der Konflikt um die zwischen Aserbaidschan und Armenien umstrittene Region durch Interventionen ausländischer Mächte ausweiten könnte. Am Dienstag erhob das armenische Verteidigungsministerium den Vorwurf, ein türkischer F-16-Jet habe ein armenisches Militärflugzeug abgeschossen. Dies wurde aber von der Regierung in Ankara umgehend dementiert.

Armenien wirft der Türkei vor, aktiv auf Seiten Aserbaidschans in die aktuellen Kämpfe einzugreifen. Am Sonntag war der Konflikt nach Jahren relativer Ruhe neu aufgeflammt. Dabei bekämpfen sich die aserbaidschanische Armee und pro-armenische Rebellen, die Berg-Karabach kontrollieren.

Der Konflikt zwischen zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach dauert bereits seit Jahrzehnten an. Nach einem blutigen Krieg mit 30.000 Toten hatte das ehemals autonome sowjetische Gebiet Anfang der 90er Jahre seine Unabhängigkeit von Aserbaidschan erklärt. Die Region wird jedoch von keinem Land als eigener Staat anerkannt und gilt international nach wie vor als Teil Aserbaidschans.

Im Südkaukasus konkurriert die Türkei mit Russland um größeren Einfluss. Moskau hat freundschaftliche Beziehungen zu beiden Seiten im Konflikt um Berg-Karabach. Es unterhält in Armenien einen Militärstützpunkt, liefert aber auch Waffen an Aserbaidschan.