2010-07-23 | mp Werne - Treten Anzeichen einer Lungenembolie wie Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit oder beschleunigter Herzschlag auf, ist sofort der Notarzt zu rufen. Das betonen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).
"Ganz typische Symptome sind akute Luftnot mit einer gleichzeitig vorliegenden tiefen Beinvenenthrombose, die sich durch Schmerzen und eine meist einseitige und bläulich verfärbte Beinschwellung bemerkbar macht", erläutert Professor Dieter Köhler vom DGP. Das Blutgerinnsel, das mit dem Blutfluss in die Lunge gespült wird und dort dann ein oder mehrere Gefäße verstopft, stamme meist aus den tiefer liegenden, nicht unter der Haut sichtbaren Beinvenen oder aus den Beckenvenen. Wie schwer ein Gefäßverschluss (Embolie) verläuft, hängt von ihrer Ausdehnung und damit von der Größe des nicht mehr durchbluteten Lungenareals ab. Wird eine große Lungenarterie verschlossen, kann es laut Köhler zu akutem Herzversagen und einem Sauerstoffmangel aller Organe kommen. "Daher ist jede Lungenembolie potenziell lebensgefährlich und muss sofort mit Sauerstoff sowie den Blutpfropf auflösenden und blutgerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden", erklärt der Mediziner.
Zu einer Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge können auch Gasbläschen, beispielsweise nach einem Tauchunfall, führen. Weitere mögliche Ursachen sind unter anderem Fruchtwasserembolien bei gebärenden Frauen. Die Bildung einer Thrombose kann ebenfalls durch langes Sitzen im Flugzeug, Bus oder Auto begünstigt werden. "Dem lässt sich vorbeugen durch Bewegung, reichliches Wassertrinken und bequeme Kleidung", empfiehlt der Experte. Außerdem sei es wichtig, auf Tabakkonsum und entwässernde Getränke wie Alkohol zu verzichten.
Eine erhöhte Thromboserisiko besteht besonders für Lungen- und Herzkranke, Menschen mit Krampfadern oder einer Venenschwäche und Raucher. Zudem sind Schwangere, junge Mütter, stark Übergewichtige und ältere Reisende stark gefährdet. Auch bestimmte Medikamente wie die Antibabypille und größere Operationen erhöhen das Risiko für eine Thrombose. mp/al
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