Konfliktparteien im Jemen lassen hunderte Gefangene frei

Freigelassene Huthi-Rebellen am Flughafen von Sanaa Bild: AFP

Konfliktparteien im Jemen lassen hunderte Gefangene frei

Im Jemen sind am zweiten Tag eines Gefangenenaustausches zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen weitere hunderte Gefangene freigelassen worden. Wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mitteilte, wurden 352 Gefangene freigelassen.

Im Jemen sind am zweiten Tag eines Gefangenenaustausches zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen weitere hunderte Gefangene freigelassen worden. Wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Freitag mitteilte, wurden 352 Gefangene freigelassen und mit Flugzeugen in die Hauptstadt Sanaa sowie in die Stadt Aden gebracht. Damit haben sich die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung im Jemen und die Huthi dem Ziel einer Vereinbarung genähert, die den Austausch von insgesamt 1081 Gefangenen vorsieht.

Bereits am Donnerstag hatte das IKRK nach eigenen Angaben Flüge für mehr als 704 freigelassene Gefangene organisiert. Sie wurden demnach in jemenitische Städte sowie in das Nachbarland Saudi-Arabien geflogen. Bei dem jüngsten Gefangenenaustausch arbeitete das IKRK mit dem jemenitischen Roten Halbmond zusammen.

"Wir freuen uns über den Abschluss der Freilassungen und der Überstellung von 1056 ehemaligen Gefangenen", schrieb das IKRK am Freitag im Online-Dienst Twitter. Die Organisation hoffe, dass in Zukunft weitere Gefangene freikämen.

Madsched Fadael, Mitglied des Regierungskomitees für Gefangenenangelegenheiten, kündigte unterdessen für dieses Jahr ein weiteres Treffen der Unterhändler an. Es werde dann um das Schicksal der restlichen Gefangenen gehen, die die Huthi noch festhielten. "Das nächste Abkommen wird vier führende Regierungsvertreter umfassen", sagte Fadael. Darunter sei General Nasser Mansur Hadi, der Bruder des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi.

Der zweitägige Gefangenenaustausch wird als Zeichen für Fortschritte bei den Bemühungen gesehen, den jahrelangen Konflikt in dem Bürgerkriegsland zu beenden. Grundlage für den Austausch ist eine Einigung, die zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthi Ende September unter UN-Vermittlung zustande gekommen war. Für die logistische Organisation des Gefangenenaustausches war das IKRK zuständig.

Seit 2014 herrscht im Jemen ein Bürgerkrieg zwischen der von Riad unterstützten Regierung und schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. In dem Konflikt wurden seither zehntausende Menschen getötet, viele von ihnen Zivilisten.

Die Regierung im Jemen und die Huthi-Rebellen hatten sich bereits bei Friedensverhandlungen 2018 in Schweden unter UN-Vermittlung grundsätzlich auf den Austausch von 15.000 Gefangenen geeinigt. Dies wurde bisher jedoch nur sporadisch umgesetzt.