BP will Tankstellen in Deutschland offenhalten

Zapfsäule, über dts Nachrichtenagentur

BP will Tankstellen in Deutschland offenhalten

Berlin - Der britische Energiekonzern BP will trotz seines Rückzugs aus der Öl- und Gasförderung am Tankstellen-Betrieb in Deutschland festhalten.

Berlin - Der britische Energiekonzern BP will trotz seines Rückzugs aus der Öl- und Gasförderung am Tankstellen-Betrieb in Deutschland festhalten. Wenn BP künftig immer weniger Kraftstoffe verkaufe, solle ein Tankstellensterben nicht die Folge sein, sagte der Vorstandschef des britischen Konzerns, Bernard Looney, der "Welt am Sonntag".

BP betreibt das größte deutsche Tankstellennetz der Marke Aral mit aktuell 2.386 Stationen. Die Tankstellen seien sogar "zentral" für die neue Strategie der BP, bis 2050 klimaneutral zu werden. "Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung lebt nicht weiter als 20 Minuten von einer Aral-Tankstelle entfernt", sagte Looney der Zeitung. Darauf werde man aufbauen. Nötig sei allerdings "eine völlige Neudefinition dessen, was eine Tankstelle ist". Im beginnenden Zeitalter der Elektromobilität solle es künftig Aufgabe der BP- und Aral-Stationen sein, neben dem Kraftstoffverkauf den Umstieg auf Elektromobilität, Sharing Modelle und den öffentlichen Personennahverkehr zu erleichtern und mit immer mehr Annehmlichkeiten zu versehen. Dabei spielen die Mini-Märkte in den Stationen eine wichtige Rolle. "In Großbritannien kommen bereits 55 Prozent der Kunden nur für Snacks und Nahrungsmittel in die Stationen, lediglich 25 Prozent sind ausschließlich wegen Kraftstoff da." In Berlin-Friedrichshain hat die Konzerntochter Aral als Modellprojekt eine erste Tankstelle zu einem "Mobilitätsknotenpunkt" umgebaut. Ein "Microgrid" mit 350 Kilowatt Leistung sorgt hier für die Batteriefüllung von Elektroautos, die nicht wesentlich länger dauert als die Betankung eines Autos mit Verbrennungsmotor. Neben Ladesäulen und Akku-Wechselautomaten für Lastenräder gibt es zudem Stellplätze für E-Scooter, E-Roller, Car Sharing sowie Umstiegsmöglichkeiten zu Bus-, U- und S-Bahnlinien. BP hatte im Frühjahr angekündigt, die eigene Öl- und Gasförderung bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren. Zugleich sollen die Investitionen in erneuerbare Energien auf fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr verzehnfacht werden. "Das Bewusstsein, dass die Welt nur noch ein begrenztes CO2-Budget zur Verfügung hat, ist überall gewachsen", sagte der neue BP-Chef. "Die Zeit ist jetzt reif."