Mehrere Autobahnen wegen Protestaktionen gegen A49-Ausbau in Hessen gesperrt

Polizeiwagen Bild: AFP

Mehrere Autobahnen wegen Protestaktionen gegen A49-Ausbau in Hessen gesperrt

Aktivsten haben sich aus Protest gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 im hessischen Dannenröder Forst mit Transparenten von Autobahnbrücken abgeseilt. Nach Angaben der Polizei wurde der Verkehr auf den Autobahnen 3, 5 und 661 eingestellt.

Aktivsten haben sich aus Protest gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 im hessischen Dannenröder Forst am Montagmorgen von drei Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet abgeseilt. Wie die Polizei mitteilte, wurden die betroffenen Abschnitte der Autobahnen 3, 5 und 661 in der Region Frankfurt und Wiesbaden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bis zum Mittag beendeten Beamten die Protestaktionen und nahmen 30 Menschen in Gewahrsam.

Laut Polizei wurden für Höheneinsätze trainierte Spezialkräfte teils mit Hubschraubern zu den Einsatzorten geflogen, um die Aktivisten auf den Boden zu bringen. Zwölf Demonstranten, die sich von Brücken abgeseilt hatten, kamen in Gewahrsam. Gleiches galt für 18 Aktivisten, die die Aktionen vor Ort unterstützten.

Die Proteste liefen auf der A3 beim Wiesbadener Kreuz, auf der A5 bei Zeppelinheim am Frankfurter Flughafen sowie auf der A661 bei Offenbach. Aktivisten veröffentlichen auf Twitter ebenfalls Meldungen und Bildern von ihren Aktionen. Darauf war zu sehen, wie sich einige Menschen mit Transparenten auf den Brücken befanden oder über das Geländer abgeseilt hatten. "Wald statt Asphalt - Verkehrswende jetzt" stand auf einem dieser Banner. 

Seit über einem Jahr protestieren Umweltschützer in Hessen gegen den umstrittenen Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die durch das Waldgebiet um den Dannenröder Forst führen soll. Der eigentliche Bau der Autobahn soll laut dem Landkreis Vogelsberg erst im September 2021 beginnen. Derzeit laufen aber bereits vorbereitende Arbeiten. Dabei sollen bis Februar nächsten Jahres zunächst 27 Hektar Wald gefällt werden.

Die Rodungen begannen vor rund drei Wochen und werden seitdem von Protesten begleitet. Im Wald halten sich viele Aktivisten auf, teilweise in Baumhäusern. Nach Polizeiangaben waren dort am Montag wieder Beamte im Einsatz. Diese seien mit Steinen beworfen worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei in Gießen. Weitere Einzelheiten nannten die Beamten zunächst nicht.

Nach Polizeiangaben ereigneten sich während der Abseilaktion an der Brücke über die A661 zwei Unfälle. Die Ermittlungen dazu liefen, hieß es. Bereits vor zwei Wochen hatte sich bei einer ähnlichen Protestaktion von Aktivisten an der A3 ein Unfall ereignet, bei dem ein Autofahrer schwer verletzt wurde. Er fuhr mit seinem Wagen in ein Stauende. Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Aktivisten wiesen einen Zusammenhang zwischen Aktion und Unfall zurück.