Mindestens vier Tote nach Hauseinsturz in Florida - Verbleib von 159 Menschen unklar

Unglücksort in Surfside Bild: AFP

Mindestens vier Tote nach Hauseinsturz in Florida - Verbleib von 159 Menschen unklar

Nach dem teilweisen Einsturz eines Wohnhochhauses in Florida ist die Zahl der Toten auf vier gestiegen. Die Zahl der Menschen, deren Verbleib unklar ist, stieg auf 159, wie die Verwaltungschefin des Bezirks Miami Dade County, Levine Cava, sagte.

Nach dem teilweisen Einsturz eines Wohnhochhauses in Florida befürchten die Behörden das Schlimmste. Bis Freitag stieg die Zahl der Toten auf vier, und bei 159 weiteren Menschen ist der Verbleib unklar. Die Sorge, zumindest ein Teil von ihnen könnte bei dem Einsturz verschüttet worden sein, ist groß. Die Rettungsmannschaften suchten unterdessen in den Trümmern fieberhaft nach möglichen Überlebenden. 

Es gebe eine gute Nachricht, sagte die Verwaltungschefin des Bezirks Miami Dade County, Daniella Levine Cava, am Freitag. 120 Betroffene seien inzwischen ausfindig gemacht worden. Hingegen sei die Zahl der Toten auf vier und die Zahl der noch nicht gefundenen möglichen Bewohner auf 159 gestiegen. "Wir werden den Such- und Rettungseinsatz fortsetzen, weil wir noch Hoffnung haben, Lebende zu finden", sagte Levine Cava weiter.

Das zwölfstöckige Wohngebäude in der Stadt Surfside nördlich von Miami Beach war in der Nacht zu Donnerstag aus unbekannter Ursache eingestürzt. Einige Bewohner konnten sich noch über die Treppen in Sicherheit bringen oder wurden von Balkonen gerettet.

Nachdem zunächst ein Todesopfer bestätigt worden war, wurden nun nach Angaben der Rettungskräfte drei weitere Leichen aus den Trümmern geborgen. Dort waren weiter Geräusche zu hören, doch war zunächst unklar, ob sie von Menschen stammten.

Verwaltungschefin Levine Cava lobte den unermüdlichen Einsatz der Rettungskräfte, die trotz starken Regens auch die Nacht zum Freitag wieder durcharbeiteten in der Hoffnung, Überlebende zu finden. Teilweise müssten sie nach Schichtende zum Aufhören gezwungen werden, erzählt sie. 

Von dem Einsturz betroffen waren insgesamt 55 Wohnungen. Bis Freitag war weiter unklar, wieviele Menschen sich zum Unglückszeitpunkt in dem Gebäude aufhielten, in dem sich auch viele Ferienwohnungen befanden. Laut dem republikanischen Senator von Florida, Marco Rubio, kommen viele der Vermissten aus dem Ausland, darunter aus Argentinien, Uruguay und Paraguay.

In einem Gemeindezentrum in Surfside warteten die Angehörigen der Vermissten bangend auf Neuigkeiten. "Ein Teil des Gebäudes stürzte einfach komplett ein", sagte der 29-jährige Argentinier Nicolás Fernández, der ebenfalls auf Neuigkeiten von Freunden wartete, die in dem Haus übernachtet hatten.

US-Präsident Joe Biden erklärte den Teil-Einsturz zum Notfall. Damit autorisierte er das Heimatschutzministerium und die US-Katastrophenschutzbehörde Fema, "alle Katastrophenschutzmaßnahmen zu koordinieren", wie das Weiße Haus in Washington mitteilte. 

Örtlichen Medien zufolge war das Wohnhaus in der Nähe des Strands von Surfside 1981 gebaut worden. Vor dem Unglück wurden Dacharbeiten vorgenommen, doch glauben Behördenvertreter nicht, dass diese für den Einsturz verantwortlich sein könnten.

Floridas Gouverneur Rob DeSantis sprach bei einer Pressekonferenz von einer "wirklich tragischen Lage". Die Behörden hofften noch auf die Bergung Überlebender, angesichts des Ausmaßes der Zerstörung stellten sie sich aber auf "schlechte Nachrichten" ein.