Unwetter sorgen erneut für schwere Schäden im Süden Belgiens

Weggespülte Autos in Dinant Bild: AFP

Unwetter sorgen erneut für schwere Schäden im Süden Belgiens

Anderthalb Wochen nach den schweren Überschwemmungen mit 36 Todesopfern in Belgien haben Unwetter erneut schwere Schäden angerichtet. Straßen wurden beschädigt, Autos weggerissen und Häuser überflutet.

Anderthalb Wochen nach den schweren Überschwemmungen mit 36 Todesopfern in Belgien haben Unwetter erneut schwere Schäden verursacht. In der südbelgischen Stadt Dinant an der Maas wurden am Samstag Straßen beschädigt, Autos weggerissen und zahlreiche Häuser überflutet. Die materiellen Schäden seien "erheblich", sagte Bürgermeister Axel Tixhon laut der Nachrichtenagentur Belga.

"Es war kurz, aber extrem heftig", sagte Tixhon weiter. Es seien "richtige Sturzbäche" die Straßen hinabgerauscht. Vier Menschen mussten demnach als Vorsichtsmaßnahme ihre Häuser verlassen.

"Ich sah, wie die Wassermassen kamen und alles wegspülten", sagte der Anwohner Jacques Hermant mit schluchzender Stimme der Nachrichtenagentur AFP. Sein Auto wurde wie viele andere einfach die abschüssige Straße hinunter geschwemmt. Mit zerborstenen Scheiben und platten Reifen stand es im Schlamm. 

Nach Angaben des nationalen Krisenzentrums wurden bis Samstagsabend keine Verletzten gemeldet. Die Situation in der betroffenen Provinz Namur habe sich wieder stabilisiert, nachdem die Unwetter abgeflaut seien.

Noch am Samstagabend begannen die Bewohner mit Schaufeln und Besen ihre Garagen, Keller und Erdgeschosse vom Schlamm zu befreien. "Wir sind es gewohnt, die Maas ansteigen zu sehen, aber das viele Wasser, das von den Höhen die Straßen hinunterläuft - das war undenkbar", sagte die Anwohnerin Brigitte Crouquet. 

Auch die Gleisanlagen zwischen Dinant und Namur wurden beschädigt. Am Sonntagmorgen versuchten Einsatzkräfte mit einem Kran, die Gleise von Steinen und Ästen zu befreien, damit die Techniker eine erste Einschätzung zum Schaden geben konnten. Der Verkehr auf der Strecke wird nach Einschätzung der Experten wohl erst wieder in einigen Wochen aufgenommen. 

In elf Städten im Maas-Tal hatte es am frühen Samstagabend starke Regenfälle und Überschwemmungen gegeben. Die Situation war laut dem nationalen Krisenzentrum jedoch nicht vergleichbar mit den Überschwemmungen vom 14. und 15. Juli.

Nach tagelangem Starkregen waren die dicht besiedelten Täler der Maas-Region im Dreiländer-Eck von Deutschland, Belgien und den Niederlanden vor anderthalb Wochen überschwemmt worden. Besonders betroffen war die Provinz Lüttich. 36 Menschen starben in Belgien, sieben werden noch vermisst, wie das Krisenzentrum am Samstag mitteilte.