Iran macht Cyberangriff für Ausfall der Benzinversorgung im Land verantwortlich

Schlange vor einer Tankstelle in Teheran Bild: AFP

Iran macht Cyberangriff für Ausfall der Benzinversorgung im Land verantwortlich

Der Iran hat einen Cyberangriff für einen landesweiten Ausfall der Benzinversorgung verantwortlich gemacht. 'Der Oberste Nationale Sicherheitsrat hat eine Cyberattacke auf das Computersystem zur Benzinverteilung bestätigt', meldete das Staatsfernsehen. 

Der Iran hat einen Cyberangriff für einen landesweiten Ausfall der Benzinversorgung verantwortlich gemacht. "Der Oberste Nationale Sicherheitsrat hat eine Cyberattacke auf das Computersystem zur Benzinverteilung bestätigt", meldete das iranische Staatsfernsehen am Dienstag. 

Die Benzinversorgung an allen Tankstellen im Land war am Dienstag gegen Mittag unterbrochen worden. Das Staatsfernsehen hatte zunächst auf "Störungen im Computersystem" verwiesen. Die Ursache der Panne war demnach zunächst aber unbekannt. 

Die Staatsmedien zeigten Bilder geschlossener Tankstellen und von immer länger werdenden Fahrzeugschlangen. Ein Sprecher der nationalen Gesellschaft zur Verteilung von Treibstoffprodukten sagte dem Staatsfernsehen, es werde eine Dringlichkeitssitzung zur Lage abgehalten.

Während im Staatsfernsehen bereits zu diesem Zeitpunkt über einen möglichen Cyberangriff spekuliert worden war, hatte Innenminister Ahmed Wahidi zunächst von einem "technischen Problem" gesprochen, das "schnell gelöst sein" werde.

In der Hauptstadt Teheran schalteten Techniker des Ölministeriums laut Medienberichten an einigen Tankstellen das Computersystem ab, damit der Kraftstoff manuell ausgegeben werden konnte.

Die konservative Nachrichtenagentur Fars brachte den Totalausfall mit dem Jahrestag des Beginns der Massenproteste im November 2019 in Verbindung. Am 15. November vor zwei Jahren hatte die Erhöhung des Benzinpreises mitten in der Wirtschaftskrise im ganzen Land teils gewaltsame Proteste ausgelöst.

Innenminister Wahidi versicherte im staatlichen Rundfunk, die Regierung "plant keine Erhöhung des Benzinpreises". Die Menschen "sollten sich keine Sorgen machen", erklärte er.