Mitentdecker des berühmtesten Vorläufers des Menschen,

Yves Coppens mit einem Modell von "Lucy" Bild: AFP

Mitentdecker des berühmtesten Vorläufers des Menschen, "Lucy", gestorben

Yves Coppens, einer der Entdecker des berühmten Fossilienfundes 'Lucy', ist tot. Nach Angaben seines Verlags starb der renommierte französische Paläontologe am Mittwoch im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer langen Krankheit.

Yves Coppens, einer der Entdecker des berühmten Fossilienfundes "Lucy", ist tot. Nach Angaben seines Verlags starb der renommierte französische Paläontologe am Mittwoch im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer langen Krankheit. Coppens hatte 1974 in Äthiopien gemeinsam mit Maurice Taieb und Donald Johanson den bekanntesten Vorläufer des Menschen - Australopithecus afarensis - entdeckt. 

Dem 3,2 Millionen Jahre alten Hominiden, dessen Skelett ungewöhnlich gut erhalten war, gaben sie den Spitznamen "Lucy" - nach dem Beatles-Song "Lucy in the Sky with Diamonds", den sie bei der Beschriftung der Fundstücke hörten. Insgesamt war Coppens im Laufe seiner Karriere Mitentdecker von sechs Hominiden. Besonders stolz aber war er stets darauf, einer der "Papas" von "Lucy" zu sein.

"Schon mit sechs oder sieben Jahren wollte ich Archäologe werden", erzählte der am 9. August 1934 in der Bretagne geborene Sohn eines Astrophysikers einmal der Nachrichtenagentur AFP. "Meine ganze Ferienzeit habe ich bei Ausgrabungen verbracht". 1956, mit 22 Jahren wurde Coppens in das renommierte französische Wissenschaftszentrum CNRS aufgenommen, ab den 60er Jahren begann er mit Expeditionen in Afrika, später leitete er Ausgrabungen auf den Philippinen, in Indonesien, Sibirien, China und der Mongolei.

In seiner französischen Heimat leitete er unter anderem das Musée de l'Homme in Paris und wurde Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften. Er gewann mehrere Preise, war Berater der französischen Regierung in Umweltfragen und schrieb zahlreiche Bücher sowie mehr als eine Million wissenschaftliche Artikel.

Sie habe einen guten Freund und Frankreich "einen seiner großen Männer verloren", erklärte Coppens' Verlegerin Odile Jacob auf Twitter. Er sei nicht nur ein großer Gelehrter gewesen, sondern auch "ein begabter Schriftsteller, Geschichtenerzähler und Sachbuchautor", dem es immer wieder gelungen sei, anderen die Geschichte der Menschheit spannend zu vermitteln.