ESA wählt zwei Frauen und drei Männer als künftige Astronauten aus

Logo der ESA Bild: AFP

ESA wählt zwei Frauen und drei Männer als künftige Astronauten aus

Zwei Frauen und drei Männer sind die neuen europäischen Astronauten. Zu der zwölfköpfigen Astronauten-Reserve zählen auch zwei Deutsche, unter ihnen die ehemalige Bundeswehr-Kampfpilotin Nicola Winter.

Eine Französin, eine Britin sowie drei Männer aus Belgien, Spanien und der Schweiz bilden die künftige europäische Astronautengruppe. Wie die europäische Raumfahrtagentur (ESA) am Mittwoch in Paris mitteilte, zählen zu der zwölfköpfigen Astronauten-Reserve auch zwei Deutsche, unter ihnen die ehemalige Bundeswehr-Kampfpilotin Nicola Winter. 

Die ESA benannte für ihr künftiges Astronauten-Team die Französin Sophie Adenot, die Britin Rosemary Coogan, den Spanier Pablo Álvarez Fernández, den Belgier Raphaël Liégeois und den Schweizer Marco Alain Sieber. 

Erstmals wählte die Agentur auch einen "Parastronauten" aus, den Briten John McFall, dem das rechte Bein fehlt. Die ESA will künftig unter anderem auch Erfahrungen sammeln, ob und unter welchen Bedingungen Astronauten mit körperlicher Behinderung in den Weltraum geschickt werden können. 

Die neuen Astronauten, die im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln ausgebildet werden, wurden aus knapp 23.000 Bewerbern ausgewählt. Sie sind die Nachfolger des vorigen Jahrgangs von 2009, zu dem Matthias Maurer und Thomas Pesquet zählen. In deren Jahrgang gab es fünf Männer und eine Frau, die Italienerin Samantha Cristoforetti. 

Am zweiten Tag des Ministertreffens in Paris verabschiedete die ESA zudem den neuen Haushalt für 2023 bis 2025 in Höhe von 17 Milliarden Euro. Das Geld soll unter anderem für die  Beobachtung der Auswirkungen des Klimawandels, die Trägerrakete Ariane 6 und die Erforschung des Weltalls durch Roboter und Astronauten verwendet werden. 

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rief zu mehr Nachhaltigkeit im Weltall auf, also zur Vermeidung und Beseitigung von Weltraumschrott. Er plädierte auch für größere europäische Souveränität in der Raumfahrt. 

Europa befindet sich in der Raumfahrt zunehmend in Konkurrenz mit den USA, China und privaten Investoren, etwa dem US-Unternehmen SpaceX von Elon Musk. Der ursprünglich für 2020 geplante Start von Ariane 6 wurde zuletzt auf 2023 verschoben.

"Wir müssen die Kommerzialisierung der Raumfahrt vorantreiben", sagte ESA-Chef Josef Aschbacher zum Auftakt des Ministertreffens am Dienstag. Deutschland, Frankreich und Italien bekräftigten, dass die Investitionen in die Trägerraketen Ariane 6 und Vega-C das kommerzielle Risiko berücksichtigen müssten. Sie regten eine Änderung der Regeln an, um den Ländern, die viel investieren, entsprechende Vorteile für die heimische Industrie zu sichern. 

Zugleich gaben sie grünes Licht für den Einsatz von sogenannten Microlaunchern, die künftig auch im Auftrag der ESA ins All fliegen sollen. Die drei Länder konkurrieren miteinander bei der Entwicklung der Raketen, die kleinere Lasten in den Weltraum befördern können.