Starts von Trägerrakete Vega-C nach fehlgeschlagenem Flug abgesagt

Jungfernflug der Trägerrakete Vega-C im Juli Bild: AFP

Starts von Trägerrakete Vega-C nach fehlgeschlagenem Flug abgesagt

Nach dem fehlgeschlagenen ersten kommerziellen Flug der neuen europäischen Trägerrakete Vega-C sind alle weiteren geplanten Starts zunächst abgesagt. Eine Untersuchungskommission soll die Ursache für den Ausfall benennen.

Nach dem fehlgeschlagenen ersten kommerziellen Flug der neuen europäischen Trägerrakete Vega-C sind alle weiteren geplanten Starts zunächst abgesagt. Unter dem gemeinsamen Vorsitz des Raumfahrtunternehmens Arianespace und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA solle nun eine "unabhängige" Untersuchungskommission "den Grund für den Ausfall" bestimmen und "solide und langfristige korrektive Maßnahmen" vorschlagen, sagte Arianespace-Präsident Stéphane Israel am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. 

Der erste kommerzielle Flug der neuen europäischen Trägerrakete Vega-C war am Dienstagabend fehlgeschlagen. Die mit zwei Airbus-Satelliten beladene Trägerrakete wich wenige Minuten nach dem Start vom europäischen Raumfahrtbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana von ihrer geplanten Flugbahn ab, anschließend brach die Datenübertragung ab. 

Das Raumfahrtunternehmen Arianespace erklärte die Mission für gescheitert. Die Ursachen für den Fehlschlag waren zunächst unklar. Es habe sich eine "Unregelmäßigkeit ereignet", sagte Israel. 

Die Vega-C-Rakete sollte eigentlich zwei Erdbeobachtungssatelliten ins All bringen. Es war der erste kommerzielle Start der Rakete nach ihrem erfolgreichen Jungfernflug Mitte Juli.

Am Dienstagabend (Ortszeit) schoss die Rakete über dem Atlantischen Ozean in die Luft und gelangte bis zu einer Höhe von 100 Kilometern. Die französische Raumfahrtagentur CNES habe den Befehl zur Zerstörung der Trägerrakete gegeben, erklärte Arianespace. Es sei weder Personen- noch Sachschaden entstanden.

Laut dem technischen Direktor des Unternehmens, Pierre-Yves Tissier, schien der Fehler auf die zweite Raketenstufe beschränkt zu sein.  

Laut Arianespace-Chef Israel hätte der jüngste Vorfall keine Auswirkungen auf die Trägerraketen Ariane 5 und Ariane 6. Der Jungfernflug von Ariane 6 ist für das dritte Quartal 2023 vorgesehen.