Die Länder müssten "viel, viel schneller" den klimaschädlichen Treibhausgasausstoß senken und die Anpassung an die Folgen der Erderwärmung vorantreiben, mahnte Stiell. Auch wenn die Erderwärmung die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Grenze überschreiten sollte, könne die internationale Gemeinschaft diese Überschreitung noch möglichst gering und kurz halten.
Der UN-Klimasekretär warb für Multilateralismus: "In dieser COP30-Arena ist es nicht Ihre Aufgabe, einander zu bekämpfen - Ihre Aufgabe ist es, diese Klimakrise gemeinsam zu bekämpfen", sagte Stiell. Dies liegt aus seiner Sicht auch im Eigeninteresse der Staaten, da die fortschreitende Energiewende und andere Maßnahmen nicht nur dem Klimaschutz dienten, sondern auch Menschenleben retteten und der Wirtschaft nutzten.Â
Lula rief in seiner Eröffnungsrede der sogenannten COP30 dazu auf, die Bremser im Klimaschutz zu isolieren. "Es ist Zeit, den Leugnern eine neue Niederlage beizubringen", sagte er. Auch wenn einige die wissenschaftlichen Belege für den menschengemachten Klimawandel anzweifelten, Druck auf die Wissenschaft ausübten und "Angst" verbreiteten, gelte: "Der Klimawandel ist nicht mehr eine Bedrohung der Zukunft. Er ist eine Tragödie der Gegenwart."
Zentrale Themen der Weltklimakonferenz mit ihren rund 50.000 Teilnehmern sind die Finanzhilfen für ärmere Länder für Klimaschutz sowie die Anpassung an die Erderwärmung. Überschattet werden die zweiwöchigen Verhandlungen von den bislang völlig unzureichenden nationalen Klimaschutzzusagen zur Begrenzung der Erderwärmung.
Der Chef des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, sagte am Montag in einer Video-Botschaft, es sei "fast unvermeidlich", dass die Erderwärmung die 1,5-Grad-Grenze in naher Zukunft dauerhaft überschreite. Es sei aber "immer noch möglich", auf den 1,5-Grad-Pfad zurückzukehren. Dies erfordere eine sofortige, umfassende und nachhaltige Verringerung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen.
Gastgeber Brasilien macht den Waldschutz zu einer seiner Prioritäten und hat dazu beim Klimagipfel im Vorfeld der COP30 am Donnerstag den globalen Tropenwaldschutz-Fonds TFFF gestartet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Freitag in seiner Gipfel-Rede einen "namhaften" deutschen Beitrag zum TFFF zu und betonte zugleich, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum "Hand in Hand" gehen müssten.