Deutschland sagt eine Milliarde Euro für Waldfonds TFFF zu

Bundesumweltminister Schneider im Belém Bild: AFP

Deutschland sagt eine Milliarde Euro für Waldfonds TFFF zu

Der Waldschutzfonds TFFF soll Länder belohnen, die den Regenwald schützen - Deutschland steuert dafür eine Milliarde Euro bei. Die Bundesrepublik werde sich in den kommenden zehn Jahren mit dieser Summe beteiligen, teilten Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan und Bundesumweltminister Schneider mit.

Der Waldschutzfonds TFFF belohnt Länder, die den Regenwald schützen - Deutschland steuert dafür eine Milliarde Euro bei. Die Bundesrepublik werde sich in den kommenden zehn Jahren mit dieser Summe an dem Fonds beteiligen, teilten Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Bundesumweltminister Carsten Schneider (beide SPD) am Mittwochabend (Ortszeit) bei der UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém mit. Schneider bezeichnete die Zusage am Donnerstag als gute Investition. Auch Umweltorganisationen begrüßten die Zusage. 

Der Schutzfonds Tropical Forest Forever Facility (TFFF) belohnt Länder finanziell, die ihre Regenwälder erhalten. Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva hatte den Startschuss dafür bei einem Klimagipfel im Vorfeld der COP30 gegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte dort einen "namhaften" Betrag für den Fonds zugesagt, aber keine konkrete Summe genannt. 

In der Folge hatte ein Bündnis aus deutschen Umwelt- und Entwicklungsverbänden den Kanzler aufgefordert, 2,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,16 Milliarden Euro) für den TFFF zur Verfügung zu stellen. Am Mittwochabend konkretisierte die Bundesregierung in Belém schließlich ihre Zusage über eine Milliarde.

"Ich bin überzeugt, dass das sehr gut angelegtes Geld ist", sagte Umweltminister Schneider am Donnerstag in Belém. Schließlich gelte: Gehe es Regenwäldern wie denen im Amazonas schlecht, "werden wir das auch in Deutschland dramatisch spüren".

Deutschlands Zusage liegen laut Schneider "keine Renditeinteressen" zugrunde, sondern das Ziel, "dass der Regenwald und die Menschen, die Indigenen, eine Rendite haben". 20 Prozent der Mittel sollen daher an Indigene gehen, die die Wälder schützen. 

Bei dem geplanten deutschen Beitrag handele es sich nicht um einen rückzahlbaren Kredit oder eine Garantie, sondern um eine "Bareinlage", sagte Schneider. Dies beinhaltet dem Minister zufolge, sich "mit Mitsprache" an dem TFFF zu beteiligen, also bei seiner genauen Ausgestaltung mitzureden. 

Vor Deutschlands Zusage hatten als herablassend empfundene Äußerungen von Merz über Belém in Brasilien für Verstimmung gesorgt. 

Von einigen Umweltverbänden kam - trotz der vorherigen Forderung nach einem höheren Betrag - nach der nun erfolgten Zusage von einer Milliarde Euro Lob. "Das politische Signal durch die deutsche Unterstützung für den TFFF kann helfen, die COP30 in Brasilien zum Erfolg zu bringen", erklärte Martin Kaiser, Vorstand von Greenpeace Deutschland. "Die Ankündigung kommt zum richtigen Zeitpunkt", erklärte Ute Sudmann von Germanwatch. Damit werde eine "Dynamik" für den weiteren Aufbau des Fonds geschaffen.

Beide Organisationen drangen darauf, dass Deutschland klare Bedingungen für die weitere Ausgestaltung stelle. Dies sei wichtig, "um ihn zu einem glaubwürdigen Instrument für den Waldschutz zu machen", erklärte Kaiser.

Der WWF Deutschland und die Initiative Plant-for-the-Planet äußerten hingegen Enttäuschung, dass das reiche Deutschland keine höhere Summe zugesagt habe.

Unmittelbar nach dem Startschuss für den TFFF waren zunächst rund 5,5 Milliarden Dollar zusammengekommen. Neben Brasilien sagte auch Indonesien, das ebenfalls über große Tropenwälder verfügt, eine Milliarde Dollar zu. Norwegen kündigte an, wenn sich genügend andere Investoren beteiligten, werde es in den kommenden Jahren bis zu 30 Milliarden norwegische Kronen (2,56 Milliarden Euro) in das neuartige Klimaschutz-Instrument stecken. Auch Frankreich und Portugal machten Zusagen.

Nach brasilianischen Angaben werden zunächst zehn Milliarden Dollar für den Fonds benötigt. Später soll er insbesondere dank privatwirtschaftlicher Investoren auf einen Umfang von 125 Milliarden Dollar anwachsen.

Bei der UN-Klimakonferenz sind die Verhandlungen in eine entscheidende Phase getreten. Zu den Knackpunkten gehören die Klimafinanzierung und der Vorschlag, einen Fahrplan für die Abkehr von fossilen Energieträgern zu beschließen.