Der von dem Brand betroffene Bereich bleibe bis zum Abschluss der Konferenz abgesperrt, teilte die COP-Präsidentschaft mit. Am Abend werde es keine Plenumsveranstaltungen mehr geben.
"Wir danken für die Kooperation, Geduld und das Verständnis aller Teilnehmer", erklärten die Ausrichter weiter. "Wir haben weiter noch einige Arbeit vor uns und wir vertrauen darauf, dass die Delegierten in einem Geist der Solidarität und Entschlossenheit zu den Verhandlungen zurückkehren, um ein erfolgreiches Ergebnis dieser COP sicherzustellen."
Die deutsche Delegation hatte zuvor mitgeteilt, die abschließenden Verhandlungen würden erst ab Freitag (Ortszeit) wieder aufgenommen. Dies erfolge "voraussichtlich ab 08.00 Uhr" (12.00 Uhr MEZ), teilten die Sprecher des Bundesumweltministeriums am Donnerstagabend mit. Am Donnerstag würden zwischen den Delegationen gegebenenfalls noch bilaterale oder trilaterale Gespräche geführt.
Am Donnerstagnachmittag war bei den Länderpavillons in der Nähe des Eingangsbereichs der Klimakonferenz ein Feuer mit meterhohen Flammen ausgebrochen. Mitten in der entscheidenden Phase der Klimaverhandlungen wurde das gesamte Gelände evakuiert, zehntausende Konferenzteilnehmer brachten sich in Sicherheit.
Nach neuen Angaben von Rettungskräften wurden 19 Menschen behandelt, weil sie Rauch eingeatmet hatten, und zwei weitere wegen Angstzuständen. Neun von ihnen waren demnach am Abend noch in Behandlung. Das UN-Klimasekretariat hatte zunächst erklärt, 13 Menschen seien vor Ort behandelt worden. Durch den Brand war demnach nur ein "begrenzter Schaden" entstanden.
Die "operativen Schwierigkeiten" kurz vor Beginn der COP hätten nahegelegt, "dass es zu einem solchen Vorfall kommen könnte", hieß es aus dem Umfeld der Organisation. UN-Klimasekretär Simon Stiell hatte sich zu Beginn der Konferenz in einem Brief an die Ausrichter über Probleme mit der Sicherheit, der Klimaanlage und Wasserlecks beschwert.
Brasiliens Tourismusminister Celso Sabino konterte: "Das hätte überall auf der Welt passieren können."Â
Mehrere Teilnehmer hatten jedoch in den vergangenen Tagen Probleme mit den Elektrokabeln gemeldet. AFP stellte in ihrem eigenen Arbeitsbereich fest, dass während der täglichen starken tropischen Regenfälle Wasser von der Decke tropfte.Â
Zwei Quellen berichteten unter Berufung auf die Organisatoren, dass eine elektrische Überlastung den Brand verursacht haben könnte. Die Behörden haben sich bislang nicht offiziell zur möglichen Brandursache geäußert.
Nach offiziellem Zeitplan soll die 30. UN-Klimakonferenz (COP30) am Freitagabend enden. Vor dem Brand auf dem Gelände hatten die Verhandler aus rund 190 Staaten weiter intensiv über Knackpunkte wie Klimafinanzierung und Handelsmaßnahmen gerungen. Ein neuer Entwurf für den übergreifenden politischen Beschlusstext war entgegen der Erwartungen nicht veröffentlicht worden.
Die Unterzeichner äußern in dem Schreiben "tiefe Besorgnis hinsichtlich des Vorschlags, der gegenwärtig geprüft wird" und nach dem Prinzip "Nehmt es oder lasst es" verfahre. Der Brief wurde demnach unter anderem von Kolumbien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgelegt. Frankreich und Belgien bestätigten die Unterzeichnung.
Laut einem Verhandler, der nicht namentlich genannt werden wollte, stellen sich mehrere Staaten einem Beschluss über den Fahrplan entgegen. Dabei handele es sich um China, Indien, Saudi-Arabien, Nigeria und Russland.