Netanjahu wirft dem Iran Angriff auf israelischen Frachter vor

Die "MV Helios Ray" am 28. Februar in Dubai Bild: AFP

Netanjahu wirft dem Iran Angriff auf israelischen Frachter vor

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Iran am Montag für einen Angriff auf ein israelisches Frachtschiff im Golf von Oman verantwortlich gemacht. Teheran wies die Anschuldigungen zurück.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Iran am Montag für einen Angriff auf ein israelisches Frachtschiff im Golf von Oman verantwortlich gemacht. "Es geht auf das Konto des Irans, das ist klar", sagte Netanjahu dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan. Der Iran sei "der größte Feind Israels" und er sei entschlossen, diesen zu "stoppen". Teheran wies die Anschuldigungen zurück. 

Hinsichtlich der Frage nach Vergeltungsangriffen sei seine Politik bekannt, sagte Netanjahu weiter. Israel werde den Iran "überall in der Region angreifen". Der Iran werde auch nicht in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Dies habe er seinem "Freund" US-Präsident Joe Biden gesagt, fügte Netanjahu hinzu.

"Wir weisen diese Anschuldigung entschieden zurück", sagte ein iranischer Außenamtssprecher am Montag zu den Vorwürfen. 

Das israelische Frachtschiff "MV Helios Ray" war auf dem Weg nach Singapur, als es am Donnerstag auf der Höhe des Sultanats von Oman von einer Explosion erschüttert wurde. Der Schiffseigner Rami Ungar erklärte, bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden, auch der Motor des Schiffs sei nicht beschädigt worden.

Laut dem israelischen Staatssender Kan trafen sich ranghohe israelische Sicherheitsvertreter am Sonntagabend, um über den mutmaßlichen iranischen Angriff auf die "MV Helios Ray" zu beraten.

Nach Informationen der ultrakonservativen iranischen Zeitung "Kayhan" handelte es sich um ein "Spionageschiff" der israelischen Armee. Das Schiff sei wahrscheinlich von Mitgliedern der "Achse des Widerstands" angegriffen worden, berichtete "Kayhan" am Wochenende, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Die "Attacken und Verbrechen" Israels in der Region hätten das Schiff offenbar zu einem "legitimen Ziel" gemacht. 

Die sogenannte Achse des Widerstands ist ein Bündnis zwischen dem Iran, Syrien, der libanesischen Hisbollah, der palästinensischen Hamas und anderen Gruppen, das gegen Israel und die westliche Militärpräsenz in der Golfregion gerichtet ist.

Unterdessen berichtete die syrische Nachrichtenagentur Sana, die syrische Luftwaffe habe am späten Sonntagabend mehrere israelische Raketen abgefangen. Israels Armee habe von den "besetzten syrischen Golanhöhen" aus einen Luftangriff auf Ziele in der Umgebung von Damaskus gestartet, meldete Sana unter Berufung auf Militärkreise. Die syrische Luftwaffe habe "die meisten Raketen zu Fall gebracht". Tote oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. 

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte war das im Süden von Damaskus gelegene Gebiet Sayyida Seinab Ziel der Angriffe. Dort sind Kämpfer der iranischen Revolutionsgarden und der libanesischen Hisbollah präsent. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netz von Informanten vor Ort. Die Angaben der Aktivisten-Organisation lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen. 

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 hat das israelische Militär bereits hunderte Luftangriffe gegen die syrischen Regierungstruppen und ihre Verbündeten geflogen. Israel will verhindern, dass der Iran seinen Einfluss in Syrien ausdehnt. Die israelische Regierung und die Armee bestätigen nur selten Militäreinsätze in dem Nachbarland.