8. Januar 2014, 17:45 Uhr

Bluthochdruck: Nieren-Arterienverödung erspart Tabletten

Bild vergrößern: Bluthochdruck: Nieren-Arterienverödung erspart Tabletten mp Lüdenscheid - Dr. Markus Zarse, Leitender Arzt am Klinikum in Lüdenscheid hat gute Erfahrungen mit der Nierenverödung zur Senkung des Bluthochdrucks gemacht. Klinikum Lüdenscheid / Medtronic
Vergrößern
In Deutschland gibt es 22 Millionen Patienten mit Bluthochdruck. Bei immerhin 13 Millionen Bluthochdruck-Kranken helfen die eingesetzten Medikamente nicht oder nicht ausreichend. Auch Monika Bawolski aus Lüdenscheid hatte jahrelang zu hohen Blutdruck. Obwohl ihr Hausarzt sie optimal auf die verschiedenen Medikamente eingestellt hatte, bekam sie den Bluthochdruck nicht in den Griff. ,,Ich hatte oft 180 mmHg oder sogar über 200 mmHg. Dann hat man entsetzliche Angst vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, erinnert sich die 66-Jährige. Bis zu zehn Tabletten täglich schluckte Monika Bawolski und trotzdem wurde sie die Zeitbombe in den Adern nicht los. Die Situation spitzte sich immer mehr zu. Dr. Markus Zarse, Leitender Arzt Klinik für Kardiologie und Angiologie Märkische Kliniken am Klinikum in Lüdenscheid empfahl ihr schließlich eine neue Behandlungsmethode: die Verödung der Nerven an den Wänden der Nierenarterien. Denn die Nerven, die vom zentralen Nervensystem zu den Nieren führen, spielen eine zentrale Rolle bei der zu starken Aktivität des autonomen Nervensystems. Dies ist eine der Hauptursachen für zu hohen Blutdruck. Durch die Nierenarterien-Verödung wird die Signalabgabe der Nerven verringert. Der Patient erhält eine Schlafnarkose, so ähnlich wie bei einer Darmspiegelung. Dann setzen wir einen winzigen Schnitt in die Leiste und schieben von dort aus den Katheter vorsichtig zu den Nieren. Ist der Katheter an der richtigen Stelle, können wir mit Radiofreqenzenergie bei rund 60 Grad an einigen Punkten die Nerven veröden, die an der Nierenarterie liegen. Der Eingriff dauert weniger als eine Stunde und der Patient kann am nächsten Tag die Klinik verlassen, erklärt Zarse den Eingriff. Es dauert allerdings einen bis drei Monate, bis sich die Wirkung zeigt. Bei rund 80 Prozent der Patienten sinkt der Blutdruck dauerhaft deutlich und sie benötigen oft sogar weniger Medikamente. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten des Eingriffs.

Dieser Artikel wurde am 8. Januar 2014 in der Kategorie Gesundheit wurde von Annette Bulut (mp) mit den Suchwörtern "Herz, Kreislauf, Ratgeber" veröffentlicht.

Anzeige
WEITERE MELDUNGEN
Medikamente jetzt vor Hitze schützen

Die momentane große Sommerhitze kann auch Medikamenten schaden, die normalerweise bei Raumtemperatur gelagert werden können. Vor allem im ..mehr
'Wanderröte': Bei Borreliose-Verdacht sofort handeln

Durch einen Zeckenstich können Borrelien übertragen werden. Die Symptome sind höchst unterschiedlich: Sie reichen von anfänglicher Wanderröte ..mehr
'Sommergrippe' durch Ventilator oder Klimaanlage

Klimaanlagen, Ventilatoren und lange Sonnenbäder machen Urlauber anfälliger für eine sogenannte Sommergrippe. Sie tragen dazu bei, dass die ..mehr
Miniaturpumpe regelt Augeninnendruck

Erhöhter oder zu geringer Augendruck beeinträchtigt das Sehvermögen und führt im schlimmsten Fall zur Erblindung. Bislang gibt es keine ..mehr