Erste Hilfe bei Depressionen

mp Groß-Gerau - Menschen mit Depressionen müssen oft lange auf eine geeignete Psychotherapie warten. RyanMcGuire / pixabay.com

Erste Hilfe bei Depressionen

Menschen, die an Depressionen leiden, brauchen schnelle Hilfe. Tatsächlich erhalten jedoch nur rund 15 Prozent aller behandlungsbedürftigen Patienten mit einer akuten Erkrankung in Deutschland eine geeignete Psychotherapie. Bis diese beginnen kann, dauert es nicht selten mehrere Monate.


Menschen, die an Depressionen leiden, brauchen schnelle Hilfe. Tatsächlich erhalten jedoch nur rund 15 Prozent aller behandlungsbedürftigen Patienten mit einer akuten Erkrankung in Deutschland eine geeignete Psychotherapie. Bis diese beginnen kann, dauert es nicht selten mehrere Monate. Ein Online-Therapieprogramm kann helfen, die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken - oder eine begonnene Behandlung effektiv unterstützen.

In Deutschland leiden schätzungsweise vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Zu den Symptomen gehören Antriebsmangel, Freudlosigkeit, ein Verlust von Interessen und eine niedergedrückte Stimmung. Auch vermeintlich harmlose Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Schlafstörungen können auf die psychische Erkrankung hindeuten. Mit der richtigen Therapie kann den meisten Betroffenen geholfen werden. Je nach Schweregrad der Depression kommen einzelne oder mehrere Ansätze zum Einsatz. Zu ihnen gehören die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva sowie eine Psychotherapie.

Moderne Ansätze wie ein studienbasiertes interaktives Online-Therapieprogramm können die Behandlung von leichten oder mittelschweren Depressionen effektiv unterstützen. Das dreimonatige Programm "deprexis24" beispielsweise vermittelt dem Nutzer vor allem verschiedene Inhalte aus der kognitiven Verhaltenstherapie - zum Beispiel Akzeptanz, Achtsamkeit oder Entspannungsübungen. Der Patient lernt, wie sich die Techniken im Alltag umsetzen lassen, um mit der Depression besser umgehen zu können.

Das Programm reagiert auf die Antworten des Patienten und ermöglicht so einen virtuellen Dialog. Seine antidepressive Wirksamkeit ist durch klinische Studien mit mehreren tausend Patienten in Deutschland und den USA nachgewiesen. Es kann unabhängig von Ort und Zeit auf Computer, Smartphone oder Tablet genutzt werden. Ausgewählte Krankenkassen übernehmen die Kosten. Weitere Informationen unter www.deprexis24.de.

Das Programm kann dazu beitragen, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten zu verbessern. Darüber hinaus gibt es weitere Maßnahmen, mit denen Betroffene den Verlauf ihrer Erkrankung positiv beeinflussen können. Eine davon ist regelmäßige Bewegung. Moderate körperliche Aktivität kann helfen, Stress und Anspannungen abzubauen. Zudem regt sie im Körper die Ausschüttung von Botenstoffen Serotonin an, die eine stimmungsaufhellende Wirkung entfalten können.

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