Panda Trussardi: Modischer fahren im Alltag

mid München - Eine Farbe wie Espresso: Goldbraun wie die Crema eines guten Kaffees sieht der Panda Trussardi am besten aus. FCA

Panda Trussardi: Modischer fahren im Alltag

So richtig in Mode ist der Fiat Panda hierzulande nicht unbedingt. Aber die Begeisterung ist ja noch ausbaufähig. Deshalb schicken die Italiener jetzt eine vom Mailänder Modemacher Trussardi aufgehübschte Variante auf den Laufsteg, respektive auf die Straßen. Wir haben das gute Stück ausgeführt.


So richtig in Mode ist der Fiat Panda hierzulande nicht unbedingt. Aber die Begeisterung ist ja noch ausbaufähig. Deshalb schicken die Italiener jetzt eine vom Mailänder Modemacher Trussardi aufgehübschte Variante auf den Laufsteg, respektive auf die Straßen. Wir haben das gute Stück ausgeführt.

Que bello! Wie schön! Modischer fahren im Alltag, lautet die Devise. 7,5 Millionen Mal wurde der Panda in Italien verkauft, ein Auto für die Massen. Aber ganz im Gegensatz zum Konzernbruder Cinquecento, der ja sogar in edler Riva-Boot-Optik erhältlich ist oder als Gucci-Modell, gab es bislang noch keine stylische Ausführung. Ganz so edel wie beim 500er ist es nun nicht geworden. Aber der Designer sollte ja auch zum Auto passen. Seinen großen Erfolg hat Trussardi nämlich mit schicker Kleidung von der Stange zu verdanken. Die Mailänder gehörten zu den Ersten, die Modeschauen mit Konfektionsware veranstalteten.

Schönheit ist nicht alles - und außerdem kommt es auch immer drauf an, wie es unter dem Make-up aussieht. Nimmt man die Schminke mal weg, dann ist der kaffeebraune Italo-Winzling nichts anderes als ein Fiat Panda City Cross, also ein mit Beplankung ausgestattetes Mini-SUV.

Eine "bella figura" macht er ja schon, unser kleiner Trussardi. Damit fällt man auf. Sogar in München. Zwar nicht unbedingt auf dem schicken Prachtboulevard Maximilianstraße, aber andernorts recken sich die Hälse der Passanten, wenn sie dieses Auto sehen. Die Farbe unseres Testwagens heißt "Caffè Braun". Sie erinnert an die Crema eines frisch gebrühten italienischen Espresso.

Neben den Sonderlackierungen sind es die zahlreichen kleinen, aber feinen Applikationen, die aus dem gewöhnlichen Panda ein Schmuckstück machen. Zum Beispiel das Logo der Mailänder Edelschneiders. Der stilisierte Kopf findet sich auf den Nabenkappen der Räder, auf den Seitenscheiben hinten und auf dem Lenkrad. Oder der Firmenschriftzug: Den liest man auf den Rammschutzleisen, auf den Sicherheitsgurten und auf den Fußmatten. Dazu Stoff-Leder-Sitze mit Webstruktur und die jeweilige Außenfarbe als schickes Zitat auf der Armaturentafel. Und schon ist der Trussardi prêt-à-porter, also bereit zu tragen, wie das die Modewelt nennt.

In der vornehmen Ausstattungsvariante Trussardi gibt es den Viersitzer im Augenblick nur als Mildhybrid mit dem 1,0-Liter-Benziner und 70 PS (ab 15.990 Euro). Ein gutmütiges Aggregat mit einem überschaubaren Drehmoment von 92 Nm. Damit kann man sogar einigermaßen dynamisch über die Landstraßen fahren. Immer vorausgesetzt, man hat das Fahren mit dem Handschalter nicht verlernt und wählt mit Bedacht den richtigen Gang. Nur auf der Autobahn fühlt man sich ein wenig hilflos. Was vor allem auf die Beschleunigung zurückzuführen ist. Ab Tempo 100 tut sich der Kleine wirklich schwer, die linke Fahrspur konnten wir nicht lange halten. Aber so ein Panda ist halt ein gutmütiges Tier. Auch beim Verbrauch, der so um die sechs Liter liegt.

Man sitzt jedenfalls gut und leicht erhöht in dem frontgetriebenen Italiener. Auch hinten ist erstaunlich viel Platz. Wenn man die Rücksitze umklappt, passt sogar richtig was rein in die tolle Kiste: Bis zu 870 Liter, das ist schon recht ordentlich für diese Fahrzeugklasse.

Was die Bedienbarkeit angeht, gibt es eine ganze Reihe von traditionellen Schaltknöpfen, die über dem Ganghebel auf der mittleren Instrumententafel sitzen. Leider auch die elektrischen Fensterheber. Wie oft haben wir mit der linken Hand verzweifelt an der Türkleidung gefummelt? Madonna mia!

Beim digitalen Innenleben ist man nicht so ganz auf der Höhe der Zeit. Das Radio erinnert an die Anfänge der Digitaltechnik. Ein zentrales Display, auf dem man sein Handy spiegelt - Fehlanzeige. Dafür thront auf der Armaturentafel eine praktische Handyhalterung mit USB-Anschluss. Warum auch nicht? Viele benutzen ihr Handy ja sowieso als Navi. Via Uconnect ist das Telefon mit der Freisprecheinrichtung verbunden und auch die eigene Musik kann man über die Anlage im Auto hören.

Unser Fazit: Der Fiat Trussardi ist ein echter Poser, ein Bellissimo! Ein Casanova, der die Herzen der vor allem die Herzen der Frauen im Sturm erobert. Nicht umsonst hat sich das amerikanische Popsternchen Ava Max ("Sweet but Psycho") als Markenbotschafterin zur Verfügung gestellt. Und der Fiat Trussardi steht ihr richtig gut.

Rudolf Bögel / mid

Technische Daten Fiat Panda Trussardi:

- Hubraum: 999 ccm

- Leistung: 70 PS

- Drehmoment: 92 Nm bei 3.500 U/min

- Getriebe: 6-Gang-Handschalter

- Antrieb: Front

- Länge / Breite / Höhe: 3,71 /,1,66 / 1,64 m

- Leergewicht / max. Zuladung: 1.055 / 380 kg

- 0 bis 100 km/h: 14,7 Sekunden

- Spitze: 155 km/h

- Normverbrauch: 4,0 Liter

- CO2-Ausstoß: 89 g/km

- Abgasnorm: Euro 6d

- Preis: ab 15.990 Euro

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