Nachhaltigkeitscontrolling - Definition, Aspekte und Rahmenkonzept

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Nachhaltigkeitscontrolling - Definition, Aspekte und Rahmenkonzept

Nachhaltigkeitscontrolling - auch als Green Controlling bekannt - soll das ökonomische Handeln eines Unternehmens durch soziale und ökologische Faktoren ergänzen. Das oberste Ziel eines Unternehmens - mehr Liquidität durch Wirtschaftlichkeit - soll dadurch unterstützt werden, dass bei den betrieblichen Abläufen - z.B. im Produktionsprozess oder bei dem Bezug von Material und Waren - umweltschonende Indikatoren beachtet werden.

Die vier Aspekte des Nachhaltigkeitscontrollings

Das Controlling an sich ist für Unternehmen nichts Neues. Um Umsätze kosteneffizient zu generieren, werden in allen Unternehmensbereichen Instrumente eingesetzt und Strategien verfolgt, die ein funktionierendes Controlling zum Ziel haben.
Das Green Controlling setzt nicht allein auf den ökologischen Faktor. Bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitscontrollings sind insbesondere die vier folgenden Aspekte zu beachten.

Der ökologische Aspekt sorgt dafür, dass das Unternehmen sich an Gesetze und Verordnungen hält, die dem Umweltschutz dienen. Im Vordergrund steht, Umwelt und Natur so zu erhalten, dass auch nachfolgende Generationen darin leben können.
Der ökonomische Aspekt zielt auf den Unternehmensgewinn ab. Mit dem ökonomischen Aspekt soll die Liquidität auf eine sichere Grundlage gestellt werden.
Der soziale Aspekt beachtet besonders die Verbindung des Unternehmens zur Gesellschaft. Ein soziales Miteinander ist für eine lebenswerte Gesellschaft notwendig. Dies muss ein Unternehmen trotz aller wirtschaftlichen Faktoren beachten.
Der kulturelle Aspekt des Nachhaltigkeitscontrollings fördert das Bestreben, den Unternehmensalltag am Leitbild der Kultur auszurichten.

Das Rahmenkonzept des Nachhaltigkeitscontrollings

Jedes Unternehmen, das ein Nachhaltigkeitscontrolling einführt und effizient verfolgt, leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft. Damit ein Unternehmen seine wichtigsten Ziele im Blick behält, umfasst das Rahmenkonzept des Nachhaltigkeitscontrollings die fünf folgenden Perspektiven:

Die finanzielle Perspektive

Die finanzielle Perspektive beinhaltet alle unternehmensrelevanten Faktoren, die der Wirtschaftlichkeit dienen. Hierzu zählen Kosten und Erträge ebenso wie die Risiken, die ein Unternehmen eliminieren muss. Bei den Aktivitäten dürfen aber soziale und ökologische Faktoren nicht außer Acht gelassen werden.

Die Perspektive des Marktes

Die Perspektive des Marktes hat die typischen Marktteilnehmer im Blick. Dies sind neben den Unternehmen insbesondere die Kunden, die die hergestellten Produkte nachfragen. Bei der Herstellung der Produkte sollte auch der ökologische Faktor eine bestimmte Relevanz haben.

Die Perspektive der betrieblichen Prozesse

Hier beleuchtet das Nachhaltigkeitscontrolling alle Prozesse - vom Wareneinkauf über die Produktion bis zum Absatz - unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten.
Die Lernperspektive: Die Lernperspektive stellt auf das technische Wissen der Belegschaft und deren Einbindung in die betrieblichen Prozesse ab.
Die außermarktliche Perspektive: Die außermarktliche Perspektive untersucht, inwieweit sich ein effizientes Nachhaltigkeitscontrolling auf das Image des Unternehmens auswirkt.

Die Vorteile des Nachhaltigkeitscontrollings

Unternehmen, die ein nachhaltiges Wirtschaften in ihrem Betrieb berücksichtigen, können von den Vorteilen des Nachhaltigkeitscontrollings profitieren, indem sie neue Kostensenkungspotenziale entdecken.

Eine bessere Stabilität führt zu einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit und mehr wirtschaftlichem Erfolg. Darüber klärt auch das über Haufe erhältliche Buch „Nachhaltigkeitscontolling“ von Ronald Gleich auf. Die Kostenvorteile ergeben sich nicht unmittelbar. Führt das Unternehmen aber bei allen Prozessen, die es zulassen, ohne den betrieblichen Ablauf zu stören, ein effizientes Nachhaltigkeitscontrolling ein, wird der geringere Energieverbrauch nachhaltig auch zu geringeren Energiekosten führen.

Ein indirekter Vorteil ist die Verbesserung des eigenen Images. Der anhaltenden Diskussion zum Klimaschutz wird ein Unternehmen dadurch gerecht, dass es umweltfreundlich handelt.