Brandkatastrophe in der Schweiz: Betroffene Bar seit Jahren nicht kontrolliert
AFP6. Januar 2026, 14:07 UhrBRENNPUNKTE
Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana haben die örtlichen Behörden 'Versäumnisse' eingeräumt: Die bei dem Unglück in der Silvesternacht ausgebrannte Bar 'Le Constellation' war seit Jahren nicht mehr kontrolliert worden.
Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar "Le Constellation" ins neue Jahr feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 116 weitere wurden verletzt. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt. Am Montagabend wurden noch 83 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, viele davon mit schwersten Verbrennungen.
Den Ermittlungen zufolge wurde die Feuersbrunst in der Keller-Bar offenbar durch auf Sektflaschen aufgesteckte Feuerwerksfontänen ausgelöst, die die Schaumstoffdämmung der Decke in Brand setzten. Gegen die Betreiber des Lokals wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
Die Ermittlungen konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach. Ein am Montagabend vom Schweizer Sender RTS veröffentlichtes Video belegt, dass die Gefahr offenbar schon seit Jahren bekannt war: "Passt auf den Schaumstoff auf!" ruft darin ein Kellner, während Menschen in der Silvesternacht 2019/2020 ebenfalls Flaschen mit darauf gesteckten Feuerwerksfontänen hochhalten.
Am Freitag gedenkt die Schweiz mit einem nationalen Trauertag der Toten. Im ganzen Land sollen um 14.00 Uhr die Kirchenglocken läuten, gleichzeitig ist eine Schweigeminute geplant. In Martigny westlich von Crans-Montana findet eine nationale Trauerfeier statt, zu der neben dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin auch Gäste aus dem Ausland erwartet werden.