Zwei Tote und mehrere Vermisste bei Erdrutschen in Neuseeland

Bergungseinsatz nach Erdrutsch auf Campingplatz am Mount Maunganui Bild: AFP

Zwei Tote und mehrere Vermisste bei Erdrutschen in Neuseeland

Bei Erdrutschen im Norden Neuseelands sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Auf einem Campingplatz am Mount Maunganui wurden mehrere Menschen noch vermisst, darunter ein Mädchen.

Bei Erdrutschen im Norden Neuseelands sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden zwei Todesopfer aus einem verschütteten Wohnhaus in der Hafenstadt Tauranga geborgen. Nach einem Erdrutsch auf einem Campingplatz am Fuße des erloschenen Vulkans Mount Maunganui wurden mehrere Menschen noch vermisst. Einsatzkräfte hatten nach dem Unglück noch Stimmen von Verschütteten gehört, mussten die Bergung wegen weiterer Erdrutschgefahr jedoch aufschieben.

Auf dem Campingplatz am hatte eine Schlammlawine nach heftigen nächtlichen Regenfällen Duschräume und mehrere Wohnwagen auf dem Campingplatz verschüttet. Rettungskräfte und Augenzeugen berichteten, dass kurzzeitig Hilferufe unter den Trümmern zu hören gewesen seien. Menschen auf dem Campingplatz hätten sofort versucht, sich durch die Trümmer zu graben, sagte Feuerwehrchef William Pike. Wegen der Gefahr weiterer Erdbewegungen seien jedoch kurz darauf zunächst alle Menschen von dem Unglücksort abgezogen worden. Seitdem seien keine Stimmen mehr zu hören gewesen.

Tim Anderson von der neuseeländischen Polizei sagte, obwohl der Schlamm sich weiterhin in Bewegung befinde, seien Rettungsarbeiten im Gange. Unter den Erdmassen werde eine einstellige Zahl an Menschen vermisst. Darunter war nach Angaben von Behördenvertretern auch ein Mädchen. Die Gegend rund um den erloschenen Vulkan zieht wegen ihrer Berge und weißen Sandstrände im neuseeländischen Sommer viele Touristen an.

Der kanadische Tourist Dion Siluch bekam zum Zeitpunkt des Unglücks in einer nahegelegenen Wellness-Anlage am Berg eine Massage. Plötzlich habe "der ganze Raum zu wackeln" begonnen, sagte der 34-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. "Als ich hinausging, lag ein Wohnwagen im Pool", sagte er. Zuerst habe er gedacht, der Wagen sei vielleicht von der Straße abgekommen und deswegen in den Pool gestürzt, bis ihm klar geworden sei, dass ein Erdrutsch dies bewirkt hatte.

Siluch schilderte außerdem, dass ihn eine Schlammlawine "um etwa 30 Fuß" (rund neun Meter) verfehlt habe. Bereits eine Stunde zuvor habe er einen Erdrutsch gesehen, diesem aber keine Beachtung geschenkt.

Der Wanderer Mark Tangney sagte der Zeitung "New Zealand Herald", als einer der Ersthelfer an dem Unglücksort habe er Stimmen unter den Erdmassen gehört. Gemeinsam mit anderen Menschen habe er versucht, das Dach des Duschblocks abzutragen. "Wir konnten Menschen schreien hören: 'Helft uns, helft uns, holt uns hier raus!'", sagte er der Zeitung. Später seien die Stimmen verstummt.

Nach einem einem weiteren Erdrutsch im nahegelegenen Tauranga erklärte die Polizei zunächst, zwei Menschen hätten sich in Sicherheit bringen können, zwei weitere würden noch in einem verschütteten Wohnhaus vermisst. Später gab die Polizei bekannt, dass zwei Todesopfer entdeckt worden seien.

Bei dem Bergungseinsatz kam schweres Gerät zum Einsatz. Die Polizei kümmere sich auch um die Betreuung der Angehörigen "in dieser unglaublich schwierigen Zeit", sagte eine Sprecherin.